Teil eines Werkes 
4. Bd. (1847)
Entstehung
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eine ſänftigende Wirkung, eine Spur von Wohl⸗ wollen oder Danlbarkeit hervorzubringen. Vom erſten Augenblick ihrer Verlobung an wußte ſie, daß er ſie nicht liebte; ſtatt ſich ihm aber für ſeine Güte und Freigebigkeit zum Dank verpflichtet zu fühlen, verachtete ſie ihn, weil er ſich ſo leicht in dem Netze hatte fangen laſſen, das ſie mit großer Schlauheit ausgeſpannt, um ihn darein zu ver⸗ wickeln; ja ſie bildete ſich auf das Gelingen ihrer Plane etwas ein. Zu Paris befriedigte ſie ihre Leidenſchaft für Putz und Tand bis zur Ueberſätti⸗ gung und es machte ihrem Manne während der erſten vierzehn Tage ihres Aufenthalts daſelbſt Freude, ſie mit Allem zu beſchenken, was ihr zu Sinn kam. Er war ſich nämlich ſeiner Gleichgül⸗ tigkeit gegen ſie bewußt und wünſchte das Unrecht gut zu machen, welches er ihr unfreiwilligerweiſe anthat; er ſagte bei ſich ſelbſt:die arme Livy, ich kann ſie nicht lieben, aber wenigſtens bin ich im Stande, ihren Gelüſten Genüge zu thun. Den unangenehmen Wechſel in ihrem Benehmen leitete er davon her, daß ſie trotz ſeiner Bemühungen es zu verbergen herausgefunden hätte, er ſei ihr we⸗ niger zugethan, als ſonſt Neuvermählte erwarten; und dieſe Anſicht erzeugte in ihm ſo viel Mitleid und eine Gefälligkeit, daß bei einiger Dankbarkeit von ihrer Seite ſich daraus ein wohlwollendes und freundſchaftliches Verhältniß entwickelt haben 20*