Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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von Schmerz und Betrübniß, wie es Einem vor⸗ kommt, wenn man aus einem quälenden Traume erwacht. Hatte ſie wirklich geträumt? Dieſe Frage richtete ſie zuerſt an ſich ſelber, aber nur zu bald kehrte ihr die traurige Erinnerung an das zurück, was ſie in der verwichenen Nacht geſehen und ge⸗ hört. Sie gedachte der zärtlichen Aufmerkſamkeit, mit welcher ſich Strathern heruntergebeugt hatte, um den leiſen Worten ſeiner ſchönen Begleiterin zu lauſchen, des Ernſtes, mit dem er ihr geant⸗ wortet und Thränen, bittere Thränen, rollten eine nach der andern über ihre Wangen herab. Die Dame, welche ſie mit ihm ſpazieren gehen geſehen, war wirklich ſchön; Louiſe Sydney verlieh ihr jetzt in ihrer ſelbſtquäleriſchen, eiferſüchtigen Stimmung noch größere Reize und ſtellte zwiſchen ihr und ſich Vergleichungen an, welche ganz zu ihrem eigenen Nachtheil ausfielen; ja im Uebermaß ihrer Demuth fand ſie in der überlegenen Schön⸗ heit ihrer Nebenbuhlerin faſt eine Entſchuldigung für die Untreue ihres Geliebten. Aber für ſein falſches und heuchleriſches Betragen konnte ſie keine Entſchuldigung auffinden. Das beleidigte und ſchmerzte ſie, denn es vernichtete ihre hohe Mei⸗ nung von ihm. Sie hatte Strathern nicht allein leidenſchaftlich, innig geliebt, ſie hatte wirkliche Achtung vor ihm gehabt, und das iſt die einzige, ſichere Grundlage für eine dauernde Neigung. Jetzt