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denn es war beſchloſſen worden, heute zum erſtenmale in dieſem Frühlinge, da der Abend ſo mild war, im Freien zu ſpeiſen.
Der Großvater ſah dem Mädchen freundlich nach. „Schade um die gute Wirthin, Heinrich,“ ſagte er zu ſeinem Sohne,„daß ſie nicht geheirathet hatte, ſie
würde einem haben.“
Manne
Segen
ins Haus gebracht
„Es hat an ihr ſelbſt gelegen,“ erwiederte der
Vater.
„Verdenkſt Du ihr das?“ fragte die Mutter, mit einem lebhaften Aufblick. „Nicht im geringſten, Mutter,“ antwortete der Schloßherr, der zu ſehr die Ruhe liebte, um ſich, auch bei abweichender Meinung in eine Erörterung
—
mit ſeiner Gattin einzulaſſen, welcher er doch nicht
gewachſen war.
„Wie lange iſt es her, Frau Tochter?“ fragte der Großvater ſeinerſeits.
„Dreizehn Jahre, Großvater—“ erwiederte ſie. „Lange genug, um vergeſſen zu werden, nicht wahr? Nach Männerurtheil gewiß!“ während ſie ſprach, an der Thüre hinter der Linde, um achtſam auf die Rückkehr ihrer Tochter zu ſein,
— Ihr Auge hing,
und zu verhüten, daß ſie nicht die für ſie ſchmer⸗


