20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
drückte und alarmierte ihn bis in seine let?ten Stunden hinein. Auch deshalb war ihm die Zukunft der Gedenkstät- te Auschwit? und die Beteiligung der Uberlebenden an der Arbeit der Ge- denkstätte ein besonderes Anliegen.
Seinen letzten Brief hat Roman Kent an den polnischen Ministerprãsi- denten geschrieben und vor einer Na- tionalisierung und Monopolisierung der Gedenkstätte gewarnt.
Wir werden Roman Kent schmerz- lich vermissen.“
Roman Kent und Marian Turski bei einer Veranstaltung in Birkenau.
Präsidium wählt Marian Turski zum IAK-Präsidenten
Weiterhin laut und deutlich bleiben
Marian Turski wurde 1926 geboren und war mit Sseiner Familie seit 1942 im Ghetto von Lodz inhaftiert bevor er im August 1944 nach Auschwit? deportiert wurde. Mit einem der Todesmärsche“, die die SS im Januar 1945 von Auschwitz aus auf den Weg?wang, erreichte er über Loslau das KZ Buchenwald und schlieBlich das KZ Theresienstadt, wo er am spãten Abend des 8. Mai 1945— mehr tot als lebendig- von Soldaten der Roten Armee befreit wurde.
Nach seiner Befreiung war Marian Turski in Warschau als Journalist tätig, noch heute ist er in der Redaktion der Wochenschrift„Polityka“ engagiert. Jurski ist Vorsitzender des Jidisch Hi- orischen Instituts in Warschau und eit ner der Mitbegründer des Museums der Geschichte der polnischen Juden„PQO- LIN in Warschau.
Zum 73. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Januar 2020 hielt Turski in der Gedenkstätte Auschwitz eine Rede,
die weltweit beachtet wurde. Gemein- sam mit seinen Jugendfreunden und Vorgängern im Präsidentenamt Noach Flug(19252011) und Roman Kent (19202021) engagierte er sich seit Jah- ren im IAK und im Internationalen Aus- chwitz Rat, der die polnische Regierung in allen Angelegenheiten der Gedenk- Stätte Auschwit?-Birkenau beraten soll.
Marian Turski betonte zu seiner Wahl:„Wir als Uberlebende von Ausch- wit? gehören zu einer Generation, die sich mit Schrecken daran erinnert, wie Deutschland und Europa von Diktatu- ren oder autoritären Regimen durch— Set?t waren und wohin dies geführt hat. Es gibt heute nicht nur in Furopa haßerfüllte Entwicklungen, die uns an diese Zeiten erinnern. Gerade deswe- gen müssen wir, die Uberlebenden von Auschwitz und das IAK, weiterhin laut und deutlich in der Welt Zu hören sein.?
nternationales Auschwitz-Kom itee


