Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 45
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Fine Tafel der Dauerausstellung in der Gedenkstätte mit Fotos von Opfern, die in der zweiten Phase der„Euthanasie“ in Hadamar ermordet wurden
vorher ausgefertigte Akten nach deut- scher Gründlichkeit entschieden.
In der Busgarage in Hadamar be- gann, ähnlich wie in Auschwit? auf der Rampe, der Vernichtungsprozess. Durch einen Schleusengang wurden die Patien- ten/ Opfer ins Erdgeschoss Zur Erfassung gebracht. Die Männer, Frauen und Kin- der mussten sich vollstãndig entkleiden und wurden dem„Kreuzelmacher“ vor- geführt, der nach ein bis zwei Minuten entschied:„rotes Kreuz“ oder Balken. Pin Kreuz führte zur Vernichtung in der Gaskammer. Die kreuzelmachenden „Mediziner“ bestimmten dann auch bereits anhand der mitgeschickten Pati- entenakten, welche angeblich„natür— liche“ Todesursache später in der Sterbeurkunde anzugeben war.
Vom Balken wurde nur wenig Ge- brauch gemacht. Es sei denn, das Opfer war für die„Arzte“ für medizinische Versuche interessant. Dies hat dann das Leben unter Qualen etwas verlängert. Dr. Horst Schumann hat in der Tötungs- anstalt Grafeneck seine Erfahrungen er- worben, bevor er diese Mordtaten im Stammlager Auschwit? in Block 10 in größerem Umfang perfektionierte.
In Hadamar führte nach der Erfas- Sung das Personal die zur Vernichtung be⸗ stimmten Menschen in den Keller. Diese Schmale Kellertreppe ist so noch im Ori- ginal erhalten. Unten angekommen wur- de den Zur Ermordung bestimmten Men- Schen gesagt:„hr geht jelzt ins Bad und werdet geduscht“. Durch den Flur wurden die Opfer in den Vorraum zur Gaskam- mer gebracht. Die Gaskammer sah aus wie ein Duschraum. Beide Zugänge wur- de mit Luftschut?türen hermetisch ver- Schlossen. Die Gasleitung wurde durch ein Loch in den Raum geführt, in den sie etwa 15 Zentimeter hineinragte. Das Gas- rohr lief um den gesamten Raum herum und war an einem Wandhaken befestigt. Da das Gas durch die schmalen Rohre nur allmählich in den Raum strömte, star- ben die Menschen langsam und qualvoll.
Schauerliche Jubiläumsfeier
Den Gashahn aufgedreht haben „Kreuzelmacher“ wie Dr. Gorgaß. Nach einer Stunde haben sie sich mit einen Blick durch das Sichtfenster davon über- zeugt, ob auch alle tot waren. Danach wurde die Gaskammer für die„Neuzu— gänge“ gelüftet und gereinigt. Die Heier, kein Sonderkommando oder Zwangsar- beiter, vondern ganz normale Angestellte, die in der Umgebung oder in der Anstalt wohnten, brachten die Leichen zu den Krematorien. Bevor dies geschah, musste aber noch für das Deutsche Reich und


