„Lebensunwert“
Als„erbkrank“ stigmatisiert und nur knapp der NS-Euthanasie entgangen
Donnerstag, 31. Januar 2013, um 20 Uhr Bad Vilbel, Kulturzentrum Alte Mühle, Lohgasse 13
Vor 66 Jahren, am 27 Januar 14, wlirde das Vernich- nngslager Alschwitz-hirkenau von der Rolen Armee heßeit. Seit 006 wird mit einem gesetzlich verunkerten Gedenitag allen Opfergruppen des Nationalsoziulis- mlis Ehre hezeligt. Um Mittelpunlt der Veranstaltung in Bad Vilhel viehen in diesem Jahm die Menschen, denen wegen ihrer pschischen Erkrankung bz wegen ei-
ner als„erbkrank“ zugewiesenen Stigmatisierung das: Recht auf Leben abgesprochen wurde.
Dokumentarfilm(45 Minuten) Gespräch mit Paul Brune und Regisseur Robert Krieg Swing und Jazz(„entartete Musik“) gespielt von Georg Crostewit?(Gitarre) und Daniel Guggenheim(Saxofon)
Paul Brune überlebte, obwohl er 1943 als Achtjähriger in die Provinzialheilanstalt Dortmund-Applerbeck, eine der Tõtungsstationen der„Kindereuthanasie“, eingewie- Sen wurde. Seine vom Fhemann misshandelte Mutter hatte versucht sich zu tõten. Sohn Paul wurde„ererbte Geisteskrankheit“ unterstellt.
Der Film„Lebensunwert“ zeichnet am Schicksal von Paul Brune die Geschichte der Psychiatrie im Dritten Reich nach. Humanistische Werte wurden durch rassen- ideologische Vorstellungen völlig verdrängt. Die menschenverachtende Behandlung der Patienten geriet geradezu zu einem Dogma. Das Programm der Rassenhygieniker lautete„Ausmerzen durch Hunger und Arbeit“. Was 1934 mit massenhaften Zwangs- Sterilisationen begann, endete ab dem Jahr 1939 für mehrere hunderttausend Menschen mit der Ermordung im Sinne der„Rassenhygiene“ und der„Vernichtung unwerten Ke- bens“, der so genannten„Buthanasie“.
Nach Ende des NS-Regimes wurde Paul Brune weiterhin aufgrund seiner„Kran- kengeschichte“ in der Psychiatrie festgehalten. An den strukturellen Verhältnissen wur- de wenig geändert, Misshandlungen der Patienten blieben an der Tagesordnung. Erst 1957 wurde die Entmündigung von Paul Brune gerichtlich aufgehoben. Er studierte, leg- te das Staatsexamen ab und wollte Lehrer werden. Doch weiterhin verfolgte ihn das Stigma,„ein Irrer“ zu sein. Gutachter, die ihre im Pritten Reich begonnenen Karrieren in der Bundesrepublik fortset?en konmnten, verweigerten ihm von Amts wegen die Aus- übung des gewünschten Berufes. Erst 2003 wird Paul Brune als Verfolgter des Natio- nalsoZialismus anerkannt.
Fine Veranstaltung der Lagergemeinschaft Auschwit?-Freundeskreis der Auschwitzer, des Geschichtsvereins und des Fachbereichs Kultur der Stadt Bad Vilbel


