8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
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In Scharen drängen die Besucher sich vor dem Fingang auf das Museumsgeläinde des ehe-
maligen Konzentrationslagers Auschwitz.
Lagergemeinschaft angebotene Studi- enfahrt aufmerksam gemacht. 2010 verbrachte ich durch das Engagement eines Geschichtslehrers bereits drei Tage in Buchenwald. 2012 sollten es nun Auschwitz und Krakau werden. Wie sehr mich diese Fahrt berühren würde, konnte ich mir vorher kaum vorstellen. Ich bin mir auch jetzt noch sehr unsicher, wie ich mit dem mir Unbegreiflichen aber zugleich Deutli- chen umgehen soll.
Ich bin ratlos, über welchen Teil der Fahrt ich etwas mit Konsistenz schreiben könnte, so wie es meine Intention ist. Verarbeitet habe ich sie jedenfalls noch nicht. Und Worte für die Augenzeugenberichte, die un- heimlich emotionale Spannung mit den überlebenden KZ-Hãftlingen in der Ambulanz in Krakau, wie ich sie erst einmal in meinem Leben in einer ganz anderen Situation erfahren habe, finde ich nicht. So etwas schreibt sich nicht auf die Schnelle mit Links und Sollte es auch nicht. Deshalb wähle ich
eine alternative Herangehensweise und schreibe von dem, was für mich zunächst nicht zu Auschwitz gehörte, aber dort zu beobachten war, sowie danach über die Studiengruppe selbst.
Der unheimliche Publikumsver- kehr im Stammlager machte mich stut- zig. Ständig kamen Busse mit Jouri- sten an und wurden durchs Museums- gelände geschleust, direkt neben der Kantine durch den neuen alten Haup- teingang. Wie reagierten all diese Leu- te, waren sie entsetzt, enttäuscht, wü- tend? Finige brachen in Tränen aus, mussten sich setzen, blickten ratlos umher, manche sprangen herum und freuten sich ihres Lebens. Auschwitz ist nicht der Europapark, dachte ich mir, während Besucher sich lächelnd vor dem Jor in Birkenau fotografieren ließen. Kurz zuvor hatte ich gesehen, wie drei Neonazis lachend am Denk- mal und den gesprengten Grundmau- ern der Gaskammer nebenan vorbei- liefen; ihre TShirts waren sehr eindeu-


