Heft 
(2012) 1/2012. Dezember 2012
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

Krüken und Prothesen. Wie alles den Häftlingen entwendete Figentum- sogar die abgeschorenen Haare- waren sie 7ur Wiederverwertung vorgesehen. Sie sind in der Dauerausstellung im Stammlager Auschwitz ausgestellt.

verstorbenen August Kowalczyk. Auch er erzählte uns seine bewegende Ge- Schichte und von seiner Hucht 1942 aus Auschwitz. Bevor es nach Krakau ging, erhielten wir eine Führung durch die ehemalige Synagoge von Oswiecim.

Die let?ten Tage der Fahrt in Kra- kau empfand ich als sehr wichtig und positiv, um einen Findruck von dem Land Polen zu erhalten. Dort besuch- ten wir die Fabrik Schindlers, das ehe- malige Ghetto-Gelände und das jũdi- sche Viertel Kazimierz. Ein sehr intensives und ergreifendes Treffen hatten wir in der Krakauer Ambulanz für ehemalige Häftlinge mit Joseph Paczynski und Freunden.

Im Folgenden möchte ich von meinem ersten Besuch im Stammla- ger berichten:

Schon die Ankunft dort wirkte auf mich leicht verstörend. In der kleinen

Halle**, dem Vorbereich der eigent- lichen Gedenkstätte, war es unglaub- lich laut und voll. Ich hatte das Ge- fühl, in einer Bahnhofshalle zu ste- hen. Es wirkte einfach nicht, wie ich es erwartet hatte. Kein Schweigen, kein Besinnen; vielleicht auch kein Bewusstsein für den Ort, an dem man sich befindet? Vielleicht war es auch einfach ein tiefes Luftholen...

Mit Kopfhörern ausgestattet, folg- ten wir unserem Guide Jacek Lech auf das Gelände. Schnell fiel der Blick auf den Torbogen mit der Aufschrift Arbeit macht frei und die Backsteinhäuser, die man von Bildern und Berichten kennt. Wegen der vielen Menschen und Besu- chergruppen glaubte ich mich zunächst in einem schlechten Vergnügungspark wiederzufinden. Ich brauchte lange um zu realisieren, wo ich mich eigentlich be- fand und was dieser Ort mit mir mach- te. Zunächst war ich enttäuscht von

** Piese wlirde 10 als Aufnahmestation der Häftlinge erbaut und eingerichtet.