2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Drei Berichte über eine Studienfahrt
Drei Teilnehmer der Studienfahrt nach Auschwitz im Frühjahr dieses Jahres schreiben in den folgenden Artikeln über ihre Beweggründe und welche Fin- drücke sie auch nach ihrer Rückkehr beschäftigen. Für Melanie Benz und Deniz Martin, beide Studierende an der Goethe Universität Frankfurt, war es jeweils die erste Reise nach Polen. Alexander Wolf, 2. Vorsitzender der Lagergemeinschaſt, war Zum wiederholten Mal dort.
Ein Besuch mit Folgen
Verstõrende Findrũcke: Fast wie in einem Vergnügungspark In der Ausstellung Frankfurt- Ausch witz?, die ich Anfang des Jahres 2011 be-
suchte, lagen verschiedene Info-Materialien aus, u. a. auch das Programm der Studienfahrt der Lagergemeinschaft Auschwitz. Einige Monate spãter entschloss
ich mich zur Teilnahme.
Schon seit meiner Schulzeit hegte ich großes Interesse an der Holocaust- Thematik. Ich erinnere mich, dass ich schon in der Grundschule Kinder- bücher dazu las und unbedingt das Vngebhuch der Anne Hrank haben wollte. Später folgten eine Fahrt nach Bu- chenwald, der Besuch im Jüdischen Museum Berlin, der Gedenkstätte Vad Vashem in Israel und des Holocaust Museums in Washington. Doch all dies ergab für mich noch kein vollstãndiges Bild, und so blieb weiterhin der Wunsch bestehen, einmal nach Auschwitz zu fahren und den Ort kennen zu lernen, von dem ich zuvor nur gelesen hatte. Ich wollte noch die Chance nutzen, auf Zeitzeugen zu treffen, und dies mit einer Gruppe von Menschen, die sich ebenso für die Thematik interessieren.
Das Programm der Fahrt war inten- siv. In Oswiecim informierte uns der
Direktor der Internationalen Jugend- begegnungsstätte(I)B8) über die Ge- schichte und pãdagogische Arbeit der I BS. Es folgte ein Rundgang in Ausch- wit? I, dem ehemaligen Stammlager. Ne ben den nationalen Ausstellungen in den früheren Häftlingsblocks konnten wir auch das Archiv und die Kunst- sammlung der Gedenkstätte besichti- gen. Am Abend nahmen wir an der Ver- anstaltung„Gute Geister der IBS“ teil.
Am zweiten Jag besuchten wir das Gelände des Vernichtungslagers Bir- kenau(Auschwit? II) und hatten ein Hreffen mit Zofia Posmysz, die von ihrer Verhaftung und Verschleppung 1042 ins KZ berichtete. Noch am selben Abend schauten wir uns den Hilm mit Aus- Schnitten über den KGA-Gründer Her- mann Reineck an. Am nächsten Mor- gen lernten wir einen weiteren Zeitzeugen kennen: den mittlerweile
*Molcumenturisch-Kiinstlerische Ausstellung zur Vernichtung der Koma und Sinti. 27. Ja- nuur his 23. Hehruar 201 in der Paulskirche in Frankfurt am Main


