Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 15
Parallelen. In einem Artikel, den ich knapp 18 Monate nach unserer Fahrt für dieses Mitteilungsblatt verfasste, hieß es:„So wurden wir täglich mit der Vergangenheit konfrontiert, und es fiel uns nicht leicht, damit umzugehen. Be- Sonders wenn wir mit Hermann durchs Lager gingen, befiel uns ein Gefühl der Betroffenheit, aber auch des Zorns, denn es war und ist uns einfach unbe- greiflich, Zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sein können.“ Ahmlich formulierten es die Jeilnehmer der letztjährigen Fahrt in den einführen- den Worten zu ihrer Präsentation. Hier war die Rede von einem„Gefühl, das schwer zu beschreiben ist“,„Trauer, Entsetzen und Fassungslosigkeit“.
In den heutigen Zeiten, in denen unsere Gesellschaft geprägt ist von Leistungsdenken und Zeitdruck, und zwar bereits im Schulalltag, beispiels-
weise durch die verkürzte Schulzeit bis zum Abitur, ist es ganz besonders ein- drucksvoll, dass Projekte wie dieses noch Bestand haben und dass Lehrer und Schüler zu einem solch außerge- wöhnlichen Engagement bereit sind. Mich persönlich hat dieses Thema nicht mehr losgelassen, s0 dass ich mitt- lerweile seit einigen Jahren im Vor— Stand der Lagergemeinschaft Auschwitz relindeskreis der Alischwitzer mitar- beite und insgesamt bereits viermal die Gedenkstätte Auschwit? bereist habe. Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen, die noch von ihren Schicksalen berich- ten können, und in absehbarer Zeit gar keine mehr. Angesichts dieser Tatsache, halte ich es für wichtig, dass diejenigen, die das Glück hatten, sie noch kennen- zulernen, sich ihrer Verantwortung be- wusst sind und auch in Zukunft als Multiplikatoren wirken.
Nach der Rückkehr aus Auschwitz hat eine Schülergruppe ihre Findrücke als szenische
Darbietung bei der Präsentation verdeutlicht.
Foto: Franco Conforti


