Heft 
(2009) 1/2009. August 2009
Einzelbild herunterladen

12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

ren Hrat morgens nicht antasten. Es gah aber auch andere, die das getan haben, ind v0 hatten sie diese Grenze über vœhritten und vsind langsam abgeruischt.

Der Mensch verhält vich in Pxtrem- vtuationen anders als vonst. Er vollte nicht in volche Umstdnde gestellt wer- den, denn die Entscheidungen, die er dann triſft, vind ganz andere al in der normalen Gesellschaft, als in der nor- malen Well. Es gab Menschen im Lagen die hier ihre Schwächen gezeigt hahen ind vchwücher geworden vind, weil vie diese Last nicht ausgehalten haben ind gehrochen worden sind. Mhre Psyche ist gehrochen worden. In der Freiheit wlr- den vie v0 etwas vielleicht nie erlehen, vie wirden wertvolle Menschen hleiben. Uh- nen ist der Wert verloren gegangen- ir- gendwie in dieser Lagerwelt. Mit ande- ren Worten Sorgt dafiin dass nicht Verhdiltnisse bestehen, in denen Men- vchen in eine Position geruten, in der vie Dinge tlun, die vie vonst nicht tum wür-

den. Setzt eluch für politische Bedingun- gen ein, linter denen Faschismus nicht mehr mõglich ist. Und Zofia fügt noch die Worte von Bartoszewski hinzu: Es johnt vich, anstdndig zu vein

Zofia verlässt sich beim Gespräch nicht auf chronologisches Aufarbeiten von Fakten und Daten. Auch nicht auf Dramatik. Kein Schwarz-Weiß findet in ihren Brzählungen seinen Platz. Fein- heiten machen ihre Zuhörer hellhörig. Menschliches- Schwächen, Stärken, Kräfte, Würde, Werte sind ihr Medium, uns auf sehr empathische Weise Zu sammenhänge näher zu bringen. Zofia lässt uns ihre Geschichte aus anderer Sicht erleben. Wir fühlen uns herzlich eingeladen, ihr offen zu folgen. Uns wird die Chance eröffnet, ein kleines Stück einzutauchen in die Gedanken- und Gefühlswelt des damaligen All- tags. Und so beenden wir an diesem 15. Juni 2008 spät, aber doch reich be- Schenkt, unser Gespräch.

Auschwitz-Stammlager: Das Gerüst, an dessen Pfosten der junge Mann lehnt, wurde als Gal- gen benutzt. Hier wurden Häftlinge erhängt, während die anderen Gefangenen Appell ste-

hen und zuschauen mussten.

Foto: Schülergruppe aus Mühlheim/Apolda Giehe 8. 13 ff)