10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
kommandos ausgesondert und getötet wurde. In ihrem Fall aber war die Ent- scheidung getroffen worden, sie alle in die Strafkompanie einzuweisen. Gleich- zeitig wurde angeordnet, ihnen die Haa- re abzZuschneiden. Zofia streicht sich beim Erzãhlen über ihr Haar, und wir er- Spüren das Grauen, das damals die Frau- en ergriffen haben musste.
Von Budy nach Birkenau
Am 25. Juni 1942 wurde in dem sie- ben Kilometer vom Stammlager Ausch- wit? entfernten Porf Budy die Frauen- Strafkompanie errichtet. 200 Polinnen wurden hier eingewiesen. Es folgten wei- tere 200 Frauen: Peutsche sowie Jüdin- nen aus der Slowakei und spãäter auch aus Frankreich. So bestand die Straf- kompanie schließlich aus 400 Frauen, die ſeiche vertiefen und säubern Sowie an- dere Erdarbeiten verrichten mussten.
„Hier ist Kein Sanatorium Ausch- wit?, hier ist Strafkompanie Budy“, er- klärte der Unterscharführer den Frau- en der Strafkompanie. Und Zofia fuhr fort:, In Bud herrschten schrecklicher Hunger und Jerron Die Blockltesten ind die Vorarbeiterinnen wuren Krimi- nelle Hftlinge, die sehr vudistisch ver- anlagt wuren. Schon in den ersten Vagen haben wir jeden Jag Vote ins Lager ge⸗ hracht bzw. Hrauen, die s0 hrutal ge— Schlagen worden wuren, dass sie hald danach gestorhen sind.“
Die Schwerarbeiterzulage-Zusätzli- che Fssensportionen, die die Frauen im Stammlager erhalten hatten— entfielen in Budy gänzlich., Und das war damals das, was lins vor dem Mungertod gerettet hatte. In Bud war das ausgeschlossen, wir hahen nicht mehr bekommen.“ Nach dem zweimonatigen Aufenthalt sind nur 143 Frauen wieder ins Lager
zurückgekehrt. Alle anderen haben in Budy ihr Leben verloren.
Am Abend des 16. August 1942 wies man die Budy-Häftlinge nach Birkenau ins Frauenlager, Abschnitt Bla, ein. Port waren Zuvor schon die Häftlingsfrauen des Stammlagers eingewiesen worden. Die Unterbringung in Birkenau wurde gegenüber Budy als deutliche Verbesse- rung der Lebensbedingungen empfun- den.„Poſinnen waren in Block 7 unter- gehracht. Nicht nur die BlocMklteste, Sondern auck die Suhendltesten wuren Polinnen. Friiher waren wir morgens sehr hrulal geweckt worden lmnd mit Kniippeln aus den Kojen heruusgetriehen worden. Jetzt hatten die Stuhenciltesten einfach nur gerufen, duss wir jetzt aulehen ind uns Zlim Appell aufptellen vollen.“
Den Anfang ihrer„2. Etappe“ des Lageraufenthaltes verbindet Zofia mit dem Einsatz im Kommando„Schäl- küche“. Sie wurde in den Küchenblock versetzt., Wir haben nur Kartoffeln oder Gemiise geschdlt und wuren nler Pach. Das war viel hesser Wir waren nicht so o— ul enchöpft ind hatlen auch die Chance, einmal enwas mehr Skppe zu hekom- men.“ Nach zwei Monaten im Schäl- kommando erkrankte sie und wurde in den Iyphusblock(Block 27) gebracht. „Figentlich ein Ort des Sterbens“, Sagt Zofia. Doch sie hatte Glück: Finer der Häftlingsärzte arbeitete auch im 88— Lazarett und konnte so Medikamente ins Krankenlager der Häftlinge schmuggeln. Er verabreichte Zofia „Organisiertes“ Opium und so konnte sie die Krankheit überleben.
Zurück in der Schälküche war sie jet?t direkt an den Kesseln eingesetzt, konnte kräftiger werden, denn sie hat- te Möglichkeit, sich zusätdliche Suppe zu holen.„Eine schwere Arbeit, aber wir hatten immer genug zu essen.“


