Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
das Gedenken an die Opfer wachhal- ten.
Welche Botschaft sollte jungen Menschen übermittelt werden, damit die Welt nicht im Sog kommerzieller Begehrlichkeiten versinkt? Für die Schuld der Väter tra— gen nicht die nachfol— genden Generationen junger Deutscher die Verantwortung. Aber die nach dem Krieg in den Jahren 1946-1947 vom Internationalen Gerichtshof in Nürn- berg gefällten Urteile bleiben bestehen- als wichtiger Beweis für † die Achtung der Me- thoden des Vernich- tungskrieges und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit. An diese Urteile gegen die Naziverbrecher, von denen keiner sich zu seiner Schuld bekannte, sollte Stets erinnert werden- als Mahnung, damit sich solche Verbrechen nie mehr wiederholen.
Auf dem Appellplat? des Konzen- trationslagers Buchenwald haben sich 1945 die befreiten Häftlinge aller Natio- nen, darunter deutsche Demokraten, an die Völker der Welt gewandt und ge- Schworen- NIE WIEDER. Diesem Vermãchtnis sollten sich alle Regierun- gen der Welt, Politiker und Journalisten, Wissenschaftler und Künstler verpflich- tet fühlen, damit alle schwierigen politi- Schen und wirtschaftlichen Probleme friedlich und im Dialog gelöst werden können. Denn Frieden und Freiheit der Võlker sind und bleiben oberste Prio- rität, und zwar für jeden Menschen, un- abhängig ob Furopäer, Asiate, Ameri- kaner oder Afrikaner.
Die Uberlebenden der Kriegs- gräuel, KZHäftlinge, Zwangsarbeiter, Menschen, die aus ihren Häusern zwangsumgesiedelt wurden, Verbannte Sowjetischer Lager und Gulags, Bewoh- ner ausgebombter Häuser, Menschen, die wegen der politi— schen Beschlüsse von Jalta und Potsdam aus- gesiedelt wurden, poli— tische Gefangene und Opfer ideologischer und rassistischer Ver- folgung, sie alle können die Botschaft übermit— teln: Seid tolerant und verständnisvoll, achtet und stärkt die Freiheit, sucht Verständigung durch Dialog, vergebt denen, die Euch nicht verstehen. Fin gutes Beispiel, junge Menschen zu erreichen, ist die Initiative zur Ausarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsbuches für polnische und deutsche Schüler. Dies führt in die richtige Richtung. Histori- sche Fakten sollten weder verändert noch manipuliert werden. Geschichts- fälschung führt zu Heuchelei und stört jede Verständigung. Diese Initiative be- weist, dass Polen und Deutsche eine ge- meinsame Sprache finden können, wenn sie es nur wollen.
Die Uberlebenden wünschen der Jugend, dass ihr die Versöhnung zwi- Schen den Völkern und die friedliche Lösung der Konflikte in ihrer Welt ge- lingt.
Uber veine Zeit im Lager berichtet Vadeusz voholewicz in Seinem Buch „Alis der Hölle zurick“, emchienen im Fischer Verlag.


