Heft 
(2009) 1/2009. August 2009
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

Häftlingsfoto des Auschwitz-Gefangenen Tadeusz Sobolewicz.

Pthik, über das Verhalten der Verfolg- ten einerseits und die Motive der Ver- brecher unter dem SS-Zeichen ande- rerseits nachzudenken. Junge Men- schen erfahren aus dem Munde des Zeugen Unvorstellbares, z. B. von Box- kämpfen, die die SS-Leute zu ihrem Vergnügen im Lager austragen ließen, von künstlerischen Darbietungen der Gefangenen bis zu Porträtmalereien für SSMänner wie auch von geheimen religiõsen Treffen. Das Lagerleben hat- te s0 viele Facetten, war s0 vielgestaltig und oft auch widersprüchlich, dass sich nur vertiefende Studien der ganzen Wahrheit über die menschliche Iragö- die und den Kampf ums Uberleben nähern können.

Die neuen Generationen können für sich persönlich viele wertvolle Schlüsse daraus zichen. Beispiele gibt es viele: der heilig gesprochene Maxi- milian Kolbe, der sein Leben helden- haft opferte; der Aufbau einer Wider- Standsgruppe im Konzentrationslager Auschwit? durch Witold Pilecki- trot? Terror und ständiger Bedrohung; die deutsche Krankenschwester Maria Stromberger aus dem SS-Revier, die Häftlinge unterstützte; das menschliche Verhalten des Arbeitsdienstlers Otto Küsel, der polnischen Häftlingen half oder auch- Zusammen mit Mithäftlin-

gen- die mutige Flucht von Kazimier? Piechowski sowie die aufopferungsvol- le Tätigkeit vieler Mitglieder der kon- Spirativen Lagerorganisation in den Konzentrationslagern Auschwit? und Buchenwald. In Museen und Gedenk- Stätten finden sich noch weit mehr Bei- Spiele für eine mutige und ungebroche- ne Haltung von Hãäftlingen. Das aufop- ferungsvolle Verhalten vieler Arzte, Lehrer, Krankenschwestern, Priester und Pfadfinder darf nicht vergessen werden: Sie riskierten ihr Leben, als sie viele ihrer Mithäftlinge vor der Ver- nichtung durch die SS-Verbrecher ret- teten. Dieses beispielhafte Verhalten erinnert daran, dass auch unter den von den deutschen Nazis geschaffenen un- menschlichen Lebensbedingungen Menschlichkeit und Menschenwürde aufrechterhalten werden konnten. Nach dem Abtreten der letzten Zeit?eugen sollte das Wissen über die in den nationalsozialistischen Lagern begangenen Verbrechen von Ge Schichtslehrern und Wissenschaftlern angenommen, bewahrt und weiterge- geben werden. Und es ist der Wunsch der Uberlebenden des Terrors, dass künftig auch weiterhin Schüler, Studen- ten und alle Menschen guten Willens, die die Orte der Verbrechen besuchten oder mit Zeitzeugen zusammentrafen,