28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
fünf Jahren gegen den Widerstand et- licher städtischer Institutionen aus pri- vaten Mitteln und nur durch massiven öffentlichen Druck eine Tafel am Ge- bãude des Stadtgesundheitsamtes an- gebracht. Hier befand sich im Dritten Reich ein Erbarchiv, das unter ande- rem die Roma und Sinti erfasste und So die Vorbereitung für Zwangssterili- Sationen, Verschleppung und Mord bildete. Die Tafel erinnert an die um- gebrachten Roma und Sinti und be- nennt auch die bei der Erfassung und Deportation maßgeblich verantwort- lichen NS-Rassenforscher Robert Rit- ter und Fva Justin. Diese wurden nach 1945 nicht strafrechtlich zur Verant- wortung gezogen, sondern standen bis in die 60er Jahre im gehobenen medi- zinischen Dienst der Stadt Frankfurt- trot? allgemeinen Wissens über ihre Funktion während der NS-Zeit.
Wie die in der bereits erwähnten „Perlenfabrik“ stationierten SA-Leu- te 1941 die jüdischen HFamilien aus ihren Wohnungen im Westend trieb
Die an dem heutigen Studentenwohnheim Ginnheimer Landstraße 40- 42 angebrach- te Gedenktafel ist hier unter Gebüsch nur auffindbar, wenn sie bewusst gesucht wird.
und zZur Deportations-Sammelstelle in die Großmarkthalle„evakuierte“, kam bei der Gedenkveranstaltung am 27. Januar ebenfalls zur Sprache. Zi- tiert wurde u. a. der Satz eines stolzen Standartenführers:„Die SA-Männer fanden sich erstaunlich gut in die ih— nen ungewohnte Arbeit.“
Die kaum noch lesbare Inschrift ei- ner Tafel auf dem Hauptfriedhof, FEckenheimer Landstraße, lautet: „Den im Namen der Wissenschaft mißbrauchten Opfern des Nationalso- zialismus zum Gedenken-Allen Wis- senschaftlern zur Mahnung zu verant- wortlichem Tun.“ Bestattet wurden hier über zweitausend menschliche Präparate, die in Frankfurter Kliniken bis 1990 zur Forschung und Lehre in Gebrauch waren.
In weiteren Beitrãgen erinnerte die Arbeitsgruppe Ausgegrenzte Opfer bei der Veranstaltung an die Zerstörung der Synagoge in der Unterlindau 23, an das KZ Kat?bach auf dem Gelãnde der Adlerwerke in der Kleyerstraße Sowie an die heute bereits wieder über- wucherte Gedenkstätte des Arbeitser- ziehungslagers Heddernheim im Ober- schelder Weg.
In der„Arbeitsgruppe Alsgegrenzte Opfer“ arbeiten seit 7000 ſoigende ankfurter Vereine und Iitiativen zu— Smmen- Studienkreis Peutscher Wi- derstund 7933— 1945, Ldgergemein- Shft Aschwitz- FrelindesKreis, För- derverein Koma, Gemeinde der Zeugen Jehovd, DOB Region Frankfurt, Initia- tive 9. Novemben Initiative gegen das Vergessen, Begegnungsstätte Anne Hrank, Bund der EFuthanasie-Geschd- digten und Zwungssterilivierten.


