Heft 
(2005) 1/2005. August 2005
Einzelbild herunterladen

Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 27

und Roma zum Klage- lied wurde. Der vierte musikalische Beitrag geht auf eine erst vor einigen Jahren wieder entdeckte Komposition von Siegfried Würzbur- ger, Kantor der Frank- furter Westendsyna- goge, Zurück.

Der Befreiungstag von Auschwit? gedenkt aller Opfer des deut- schen Faschismus. Die Veranstaltung im Histo- rischen Museum rief ins Gedächtnis, dass es auch in Frankfurt KZ- Nebenlager und andere Orte gab, an denen Menschen gedemütigt, terrori- siert und ermordet wurden. In acht Kurzbeiträgen, die von Foto-Poku- menten und teilweise Video-Sequen- zen ergänzt wurden, hat die Veranstal- tung hierzu Beispiele thematisiert.

Auf dem Areal Ginnheimer Land- straße 40 42 steht heute ein Studen- tenwohnheim. 1903 hatte die Stadt Frankfurt hier ein Armenhaus einge- richtet, das später von demErzie- hungsverein Frankfurt als Lehrlings- heim übernommen wurde. Die hier ausgebildeten jungen Frauen wurden zumeist als Dienstmãdchen in bürgerli- che Familien vermittelt. Da man diese DienstbotenPerlen nannte, bekam das Heim im Volksmund den Namen Perlenfabrik. Bereits im April 1933 besetzte die SA diePerlenfabrik und nut?te es als Konzentrationslager, in das sie vorwiegend Männer und Frau- en aus der Arbeiterbewegung ver- Schleppte und dort folterte. Die an dem

Auf dem Grundstück der ehemaligenPerlenfabrikstehen heute Studentenwohnheime der Universität Frankfurt.

heutigen Studentenwohnheim ange- brachte Gedenktafel ist sointelli- gent angebracht, dass man lange su chen muss. Sie trägt die Zum Jeil falsch informierende Inschrift:Wenige Tage nach der Machtergreifung 1933 errich- tete das NS-Regime hier auf dem Gelãnde eines ehemaligen Erziehungs- heimes, bekannt unter dem Namen Perlenfabrik', das erste Konzentrati- onslager. Innerhalb kurzer Zeit durch- liefen mehr als 250 Gegner des NS-Re- gimes dieses Lager zum Transport in die Konzentrationslager nach Oast- hofen/Rhld.-Pfalz, Dachau/Bayern und Buchenwald/Thüringen.

In der Vilbeler Straße 4 befand sich bis 1933 das Gemeindezentrum der Frankfurter Zeugen Jehovas. Es wur- de beschlagnahmt, weil die Glaubens- gemeinschaft nicht Hitler als ihren Führer anerkennen wollten und den Kriegsdienst verweigerten. Viele Zeu- gen kamen ins KZ.

In der Braubachstraße wurde vor