Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3
Goethe-Universität. Wer ist dieser Norbert Wollheim? Fin Auschwit?z- Opfer, dessen Frau und Sohn in den Gaskammern von Auschwitz ermor- det wurden. Norbert Wollheim über- lebte die Sklavenarbeit in Monowitz. Er verklagte in einem als Musterpro- zess anerkannten Verfahren die I6 Farben i. K. und erreichte 1933 eine ge- richtliche Entscheidung, in der ihm, und somit auch weiteren Opfern, Schadensersatz zugebilligt wurde. 352 Jahre spãäter legen Kommunalpolitiker Sowie Repräsentanten der Universitãt und der CDU, SPD und FDP eine skandalõse Ablehnungshaltung an den Tag. Bis heute: Kein Norbert-Wollheim- Plat? im Fingangsbereich des ehemali- gen I6 Farben-Geländes!
Wenige Wochen zuvor waren dem- gegenüber in der deutschen Offent- lichkeit schöne und beeindruckende und sichtlich folgenlose Reden zu hören: Nie wieder Auschwit?“.
Um glaubwürdig zu sein, hieße das aber, das Geschehene aus der Sicht der Opfer zu sehen und für das Nie- Wieder persõnlich einzustehen.
Mit den Zeitzeugen zur Erinnerung
Zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwit?-Birkenau war der KGMA- Vorstand Zu den staatlichen Feierlich- keiten in Auschwit?-Birkenau eingela- den. Sie standen unter dem Patronat des Präsidenten der Republik Polen Aleksander Kwasniewski. Organisator war der Rat Zzum Schutz des Geden- kens an Kämpfer und Martyrium?. Hier bestimmten die Opfer, die Toten und die Uberlebenden, das Gedenken. Sie waren allgegenwärtig. Im dichten
Schneetreiben, in der klirrenden Kälte unter dem grauen alles bedeckenden Himmel. In den suchenden Blicken der angereisten Lagerhäftlinge, die Ver- nichtung vor Augen, der sie durch einen Zufall entronnen waren.
Unter den Reden der Staatsmänner die Stimmen der Opfer, der Verfolgten, der Angehörigen, die den Schmerz ver- nehmlich machten, die Ansprachen von Simone Veil, Wladyslaw BartosZewski, Romani Rose. Schließlich dann der Aufschrei, eine gequälte klagende Frauenstimme. Es brauchte keinen Dol- metscher:“Warum... 2*(Siehe Seite J.)
Am Vortag hatte der polnische Prä- sident'in tiefer Achtung vor den anwe- senden ehemaligen Häftlingen“ mit der Verleihung von hohen Auszeichnungen die Festlichkeiten begonnen. Unter den Trãgern des Kavalierkreuzes, eines der höchsten zivilen Ordens, den der Präsi- dent persõnlich im Warschauer Präsi- dentenpalais verlieh, befinden sich nun auch die Mitglieder des Vorstands der Lagergemeinschaft Auschwitz-Freun- deskreis der Auschwitzer, Albrecht Werner-Cordt, Diethardt Stamm und Matthias Tiessen.
Die Worte des Präsidenten kamen von Herzen, gesprochen im Geist der Opfer. Ich freue mich sehr, dass unter uns Menschen sind, die die großartige Idee der Aufrechterhaltung und das Weitergeben des Wissens über das La- gerdrama verbindet.“. Der KGA-Vor- Stand sieht hierin die Anerkennung des Lebenswerks ehemaliger Häftlinge, die ein Vierteljahrhundert nach der Befrei- ung eine Lagergemeinschaft und einen Freundeskreis mit Sitz in Münzenberg in Deutschland gegründet haben. Unter den Freunden sei dem VizZepräsidenten


