4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
des Internationalen Auschwitz Komitee (AK) Kazimier? Albin besonders ge- dankt. Seine Fürsprache brachte das Verfahren zur Ordensverleihung auf den Weg. Sein Rat, seine Lebenserfah- rung begleiten unsere Tätigkeit. Begonnen hatte die Fahrt zu den Gedenkveranstaltungen in Berlin, wo- hin am 25. Januar das Internationale Auschwit? Komitee eingeladen hatte. Zwei leidenschaftliche Appelle durch- brachen das offiziöse Zeremoniell. Kurt Goldstein, der Ehrenpräsident des IAK, forderte die zahlreich vertre- tenen Politiker, darunter als Festred- ner auch Bundeskanzler Gerhard Schrõder, zum energischen Fingreifen gegen die Neo-Nazis auf. Und der Prä- sident des Jüdischen Weltkongresses Israel Singer verurteilte in aller Schärfe die militärische und politische Unent-
Schlossenheit gegenüber NS-Deutsch- land, als noch Zeit war, den Holocaust zu verhindern. Ausdrücklich erwähnte er auch die Schweiz und die dortige Bankenwelt als Nutznießer der NS— Raubzüge.
Was bleibet, sagt Hölderlin in sei- nem Gedicht Andenken, stiften die Dichter. Bleiben werden von den Ja- gen des Gedenkens die Gespräche un- ter Freunden und die Dankbarkeit, aufgenommen zu sein in den Kreis de- rer, die das Wissen weitergeben. Blei- ben werden der Aufschrei gegen das Unrecht und die verstörte Frage nach dem Warum und das stumme Verhar- ren im Gedenken an die Todesmärsche und die Befreiung. So mag, abgewan- delt, die berühmte Schlusszeile lauten: Was bleibet aber, Stiften die, die sich er- innern.
Quelle der Hoffnung
Aus?ug aus der Rede des polnischen Präsidenten am 26. Januar 2005
Polens Präsident Aleksander Kwasniewski
(rechts) bei der Ordensverleihung an Albrecht Werner-Cordt am 26. Januar 2005 in Warschau.
Erlauben Sie, dass ich mich heute in tiefer Achtung vor den hier anwe- senden ehemaligen Häftlingen von Auschwitz-Birkenau verneige. Die Be- gegnung mit Ihnen ist jedes Mal für mich ein Moment einer tiefen Rührung. Sie sind nicht nur eine Le- gende, ein lebendiges Denkmal, son- dern auch Quelle der Hoffnung, Quel- le des Glaubens an Menschen. Die Unbeugsamkeit Eures Geistes ist ein Beispiel für nachkommende Genera- tionen, dem Bösen die Stirn zu bieten und dem eigenen Land zu dienen.
Ich freue mich sehr, dass unter uns Menschen sind, die die großartige Idee


