| Lange kam keine Nachricht von dem Sohn,
Doch einmal— sieh, der Junge schreibt ja doch!
„Vater, eins gibt es auf der Welt, was schön,
Was groß und ruhmreich ist: Maschinen baun su Des Vaters Glaube schwankte nicht: ein Wort nur Steht auf dem Pergamentblatt: Adonai!
Und neue Kunde kam:„Ich geh ins Wildland. Schienen leg’ ich am Ufer des Missouri,
F Urwälder rod’ ich, Felsen brech’ ich durch,
eb, N #B3
Auf mein Kommando tut sich auf die Wildnis. Der Himmel ist mein Zelt, dürr Laub mein Bett, Der lauernde Indianer schreckt mich auf,
Den Schakal! hör’ ich heulen in der Nacht— Und heil noch, Vater, ist dein Talisman...“
Dann keine Nachricht mehr. Die Jahre gingen,
Ein neu Geschlecht erstand, die Alten starben.
Niemand mehr dacht’ an Jobs, des alten, Sohn.
Auf einmal da kam er ins Heimatdorf. Er kam mit Folgschaft, wie die Fürsten reisen, Mit wunderprächt’gen Kutschen ohne Zahl,
#° Den Mohren auf dem Bock, ein Heer von Dienern,
Die vorn und hinterher rings um ihn schwärmten In glitzenden und blitzenden Livreen— Das hatte man im Dorf noch nie gesehn|
Und vor dem Schilfdachhaus, ringsum, dahinter Standen sie und zertraten sie das Gras.
Der Herr, schön, stattlich, ritterlicher Art— Südliche Sonne bräunt’ ihm das Gesicht— Hob aus der schwanken Kutsche flaumenleicht
Ein lieblich Weib mit einem Kinderantlitz Und ging nun auf den Greis zu, der erwartend
Schon seine Arme ausgebreitet hielt. Doch jäh fährt er zurück— erbleicht und zittert: Auf dem Busen der Frau sah er— das Kreuz|
! In Amerika gibt es keine Schakale.
3 Aus fremden Gärten 83.


