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ZUR EINFÜHRUNG
1 Kr in irgendeinem anderen Lande haben die Juden 3 solche ‚Bedeutung wie in Ungarn. Nur noch Saloniki 5 vielleicht ist in solchem Maße eine jüdische Stadt wie Buda- | pest. Aber doch erst seit zwei Geschlechtern tritt das Juden- - tum in Ungarn hervor. Bis dahin war das öffentliche Leben fast ausschließlich vom Adel beherrscht, das Geschäfts- leben vom deutschen Bürgertum. Damals war Budapest ‚eine deutsche Stadt. Wohl gab es überall im Lande Juden, aber sie waren kleine Händler und Wirte. Hier und da bildeten sie ganze Ortschaften. Seit Jahrhunderten lebten sie in Ungarn friedlicher als anderswo, dabei aber ebenso abgeschlossen für sich, ohne Anlaß und ohne Ehrgeiz, in - andere Schichten einzudringen. Übertritte zum Christen- _ tum kamen kaum jemals vor. Alles dies änderte sich, als - Ungarn dem modernen Leben erschlossen ward. Und da _ begann die aufgespeicherte Kraft sich zu regen, und als- E -] bald gelangten Einzelne und ganze Familien zu großem Reichtum und betätigten sich andere im Kulturleben. Die ersten davon, ein Karl Beck, ein Karl Hugo(Bernstein), ein Joachim, ein Goldmarck, ein Sonnenthal, gingen ganz im Deutschtum auf, und seither hat das ungarische Juden- tum fortgesetzt einen Teil seiner Geister an Deutschland abgegeben. Würde man dem nachgehn, so würde die Zahl der aus ihm stammenden Rabbiner, Journalisten, Gelehr- I ten, Ingenieure geradezu erstaunlich sein. Ich erinnere b; Mm nur an Max Reinhardt(Goldmann), dessen beherrschende "| Stellung als typisch gelten kann. Das ungarische Juden- | tum hat vielleicht noch mehr geistige Regsamkeit als das ‚I galizische. Man darf allerdings nicht erwarten, daß auch ‚1 in fernerer Zukunft eine solche Fülle von Begabungen aus
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