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Der Augen Blitz, der weitgeschwungne Arm Deutet auf den Titanen Angelo,
Und seiner Seele wilden Ingrimm les’ ich
Und ihren Schmerz in dieser Stirn von Stahl.
Ist es so? Hat unter Sankt Pietros Kuppel
Diesen Eindruck empfangen mein Gehirn?
Nein, nein! Dort träumt’ ich nur zum Leben wieder Die düstre Dämmrung eines Wintertags.
Il:
Aus unserm kleinen Dorfe stammt dies Bild. (Wie kam mir das nicht früher in den Sinn?) Eine hohe Gestalt in schwarzem Kaftan Langsam ausschreitend, kam er stolz daher, Und wir herumlungernde Gassenkinder
_Wichen furchtsam zur Seite, wenn er kam,
Und drückten uns zusammen wie die Spatzen Im dichten Laube, wann der Sturmwind naht. Die Last von hundert Jahren lag auf ihm, Doch hatte seinen Rücken nicht gebeugt.
Ein lebend Märchen, eingehüllt in Dunkel, Unter den Menschen schwankt’ er so umher, Geahnt vielleicht, doch oh, begriffen nicht— In einem Leben, das kein Ende nahm!
In großen Wissens Rufe stand der Greis,
Und niemand wußt’, von wannen er gekommen. Man munkelte, kund wären ihm die alten Geheimnisse der heil’gen Kabbala,
Und nur an ihm, an ihm nur sei’s und leben Konnt’ er in Reichtum wie ein kleiner König. Doch bis zum Grab war er der Armut Sohn Und wohnt’ in kleiner schilfgedeckter Hütte. In Büchern steckte er und ging zum Tempel; Es war sein Wissen nicht von dieser Welt.
In ausgestorbnen Stämmen toter Sprachen
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