Druckschrift 
Jüdische Balladen / Josef Kiss ; aus dem Magyarischen übersetzt von Otto Hauser
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen

a re a Na

a ne a

m a Tr fi Die Welt sah ich, durchzog die weite Erde, bi Im Süden betet ich die Sterne an.

Vom Strand der blühenden, der blonden Theiß Im Wandertriebe irrt ich weit umher: Vom Fuß der Schneehöhn bis knietief in Rosen Zog ich ins blaue, zaubrische Italien. Doch, o Farbe und Duft auslöschend Nichts! Fliehender Wolke gleich sehn wirs verwehn, Dahin raffts die Minute wie der Wind das dürre Blatt zu schön, umsonst darum Hältst dus zurück; und aus der Seele auch_ Schwand wie ein Morgentraum der Süden mir, Find ihn nicht mehr, nicht Farbe mehr und Glanz Noch Üppigkeit... O langsame Zerstörung der Jahre! Aber eines wilden Felsens Harter Umriß blieb in der Seele wohl, Tief darin grabend seine Fratzenzüge. Ich seh ihn steil, bis in die Wolken greifend, Unfreundlich, öde, aber hoheitvoll, _ Ungestalt, aber Eisen! Und im Grunde Deckt seine Füße üppger Pflanzenwuchs, Und die fruchtbaren Felsen dort sind Glieder Seines Leibes, die mit wilder Gewalt Der Sturmwind losriß und befruchtete: Sind seine eignen lieben Kinder; doch Zwei Welten sind die seine und die ihre.

Wo sah ich dies Gesicht, das lang mir folgt? In Marmelstein? als großen Meisters Werk?

15