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LEGENDE
Berühmt sind die Heil’gen auf der Moldaubrücke,
- Rechte Heilige, nicht hergelauf’ne Sippe.
Doch wie der Rabbi am Fuß des Hradschin waren Sie alle nicht, keiner
Größer, ungemeiner
Auch wohl heiliger nicht— vor viel hundert Jahren.
Von des Hauses Altan im’ Schein des Dämmergraus Blickte der berühmte Prager Rabbi hinaus. Im Nebel jetzt verwehn, die zu Gast da wohnen, "Die spukhaft webenden, - Unsichtbar schwebenden, Von ihm nur geschauten Geister und Dämonen.
Nichts, nur daß einmal gleich einer Spule, die rollt, Mitten auf dem Wege ein stummer Sarg hertrollt,
Auf schlechtem Wägelchen. Niemand geht hinterdrein. Vor einer Türe bloß
Gähnt ein Köter, wo Moos
Und dünnes Gras in den Pflasterritzen gedeihn.
Ein armer Musikant, der Lieder ausgestreut,
Liegt da im Rock, doch, ach, ohne Hemd auf dem Leib. - Wohin kam das Hemd denn? Er besaß auch nicht eines, So schwer war seine Not;
Und auch jetzt noch im Tod,
Von der gnäd’gen Hippe gestreift, hat er keines.
Langsam geht es dahin: ein Zigeuner, ein Gaul. Wacklig ist der Wagen, hat einen Boden kaum.


