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Und braun Esther knüpft das Haar Für die Nacht zum Knoten.
Auf dem Bettrand sitzt sie, kommt Traum auf Traum gezogen.
Vom schaumweißen Nacken nimmt sie Ihre schwarzen Perlen, Zählt sie, lächelt—: Wann ist Hochzeit? Zählt daran das Närrchen.
In dem kleinen Kämmerlein
Sitzt die Wittib einsam.
Länger wird der Kerzenbutz. Trüber Sabbatheingang!
Plötzlich löschen aus die Flammen, Wie von einem Hauche.
Adonail! schick einen Strahl ihr
In die Nacht, die grause|
Und braun Esther sieht— das Herz Hüpft vor Glück— in Träumen Ihren Liebsten hochzeitlich
In dem weißen Leinen!.
Gegen Morgen pocht’s am Tore. „Esther, auf! geschwindel‘“
Adonai, gib, daß sie heute
Kraft zum aufstehn findel
1 Das Hochzeithemd aus feinem weißem Leinen ist zugleich das Sterbehernd. Statt„Adonai“ sagt Josef Kiß„Jehova“, welche Mißform— die richtige Vokalisierung des heiligen Tetragramma- tons 77? JHVH, ist Jahve— jedoch rlur. von den Christen und auch von ihnen erst seit dem 17. Jahrhundert gebraucht wird. Die Juden lesen entweder nach den darunter gesetzten Vokalen Adonai(Herr) oder Nasch&m, ‚der Name‘. Die Aschkenasen sagen„Adunoj“. Ich habe es überall an Stelle des von Kiß— in Angleichung an den christlichen Gebrauch— angewendeten Jehova als einzig sachgemäß eingesetzt. h
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