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Die tieferen Gründe 181
obachtete und ungeschoren gelassene Dreistigkeit der Pgs und pro- pagandistischen Vgs in der anständig gebliebenen Bevölkerung Un- willen erregt. Jeder kann täglich Beispiele dafür benennen, wie sehr solche Leute obenauf sind und den Schuß der von ihnen frü- her mißachteten Gesete für sich verlangen. Das Ausbleiben jeder
‘elementaren Reinigung, die vor Jahren als unumgänglich erachtet
wurde, die Tatsache, daß eine Partei existiert, in der Pgs sich wieder wohlfühlen, weil sie dort nur den Gegenstand ihres„Aktivismus“, nicht die totalitäre Grundgesinnung zu wechseln haben, daß es auch sonst Stellen gibt, wo, wie sie zu wissen glauben, ihr Todfeind Demokratie nicht ist, schließlich der Umstand, daß sich die ehe- maligen Gegner der Nationalsozialisten wieder gespalten haben, nämlich in solche, die jeden Nationalsozialismus und Totalitaris- mus bekämpfen,und in solche, die lediglich eine andere Form davon erstreben— dies alles trägt zur Vermehrung der Verwir- rung bei. Manchmal fragt man sich, ob es überhaupt einen Sinn habe, in; dieser deutschen Chaos-Welt wirken zu wollen; ob etwas, was so sehr in Fragmente aufgelöst ist, je wieder Gestalt, und zwar nicht nur eine wohlproportionierte, sondern auch charakter- lich einwandfreie Gestalt gewinnen wird. Dennoch muß man dahin wirken. Der Schweizer Professor Max Huber, Ehrenpräsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, sagt:„Wenn wir vor dem Abgrund zurückschrecken wollten, der uns von dem zu Erreichenden trennt, hätte das Rote Kreuz bereits auf dem Schlachtfeld von Solferino kapitulieren müssen.“ Daran muß man sich halten. Verschüttete Rechtsbegriffe sind niemals für ewig untergegangen, und die Kraft, das Recht zu verehren und für das Recht einzutreten, kann uns kein Chaos rauben. Denn..„‚die ver- ehrende Kraft in uns“ ist nach Jakob Burckhardt ,,‚so wesentlich wie das zu verehrende Objekt“.
Als in Frankfurt nach den Barrikadenkämpfen der Märzrevolution das Vorparlament tagte, in dem soziale, politische und nationale Interessen um die Herrschaft stritten, hatte Engels längst sein Buch über die Lage der arbeitenden Klassen in England erscheinen lassen, waren die Statuten des Bundes der Kommunisten unter seinem Präsidenten Karl Schapper schon festgelegt, hatten Marx und Engels gerade mit dem Anfangssa ihres Kommunistischen Manifestes—„Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus“— eine neue historische Situation charakterisiert, deren Tendenzen, seitdem ein volles Jahrhundert und vermutlich noch ein weiteres erfüllend, sich aus dem Widerstreit der Auf- fassungen ergaben. Sahen die Verteidiger der alten Ordnung im nme: eine die Geschlossenheit der Gesellschaft unter- höhlende Verschwörung, so erblickten die Angreifer darin eine die
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