Druckschrift 
Vom künftigen Deutschland : Aufsätze zur Zeitgeschichte / Erik Reger
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen

174 Gesetzmäßigkeit und Gesetze

lauf um die Volkstümlichkeit mit heftigen Redensarten gewinnen zu wollen. Mag in ihren Reden noch so vieles richtig sein, die Art, wie es vorgetragen wird, läßt sich von unlauteren Elementen be- nuten, denen die Redner gewiß nicht die Hände schütteln wollen. Auch ist es, wenn zwei dasselbe zum selben Thema sagen, im Hin- blick auf Logik und Berechtigung nicht gleich, welcher Nationalität. sie sind. Churchill darf als Engländer, wie er es in Chatham- House bei der Enthüllung einer Büste für Lord Cecil tat, die Sün- den des Völkerbundes gegenüber der Abrüstungsfrage im all- gemeinen und gegenüber Deutschland im besonderen betonen, er darf Auch betonen, daß im deutschen Volke vor wie nach 1933 Widerstände gegen die Hitlerei vorhanden waren, die von außen mehr Entmutigung als Unterstügung erfuhren; ein deutscher Redner aber muß sich heute vor solchen Argumenten hüten, weil er damit nur der Neigung seines Volkes zur Intransigenz Vorschub leisten würde. Wenn der Nachdruck auf dem Mute gegenüber den Okkupationsmächten statt auf dem notwendigeren Mute gegenüber dem eigenen Volke liegt, gerät man sehr rasch in die Gefahr, daß die nationalistischen Trübwasserfischer am lautesten Beifall klat- schen, so lange, bis man sich ihrer nicht mehr erwehren kann; und in der Minute, da man den Charakter seines Gefolges mit Schrecken erkennt, wird man auch gewahr werden, wie wacker man, ohne Absicht und Bewußtheit, schon selbst auf der nationali- stischen Heerstraße marschiert.

Es gibt indessen für diese Entwicklung noch einige tiefere Gründe. Nicht, daß nach Jahresfrist noch kein Entwurf zu einem Friedens- vertrag vorgelegt werden kann, ist so verhängnisvoll, sondern daß, weil in diesem Jahre Deutschland mit einer so beklemmenden Deut- lichkeit der Schlüssel zu Europa wurde, wir Deutschen uns schon wieder als die wichtigsten Leute der Welt vorkommen und in den dafür nur allzu empfänglichen Seelen der Eindruck entsteht, dieses Land, besiegt oder siegreich, werde stets ein Machtfaktor ersten Ranges sein. Die falschen Schlüsse aus diesem Eindruck verführen die Parteipglitiker dazu, als Ersa für das innere Feld, auf dem sie noch nicht genug, vor allem so gar nichts Populäres, zu tun finden, das äußere zu wählen und sich als Diplomaten ohne Auf- trag zu betätigen. Zwar berufen sie sich zu ihrer Rechtfertigung auf einen unverbrieften Auftrag, den sie gern mit den Worten um- schreiben:Das Volk erwartet von uns, daß wir unsere Stimme erheben. Den unbequemen Gedanken, daß es genau umgekehrt sein müßte, daß sie etwas vom Volke zu erwarten, an das eigene Volk Forderungen zu richten haben, bewahren sie in ihrem Busen. Aber auch hier gilt, was nicht zu beachten sie den Okkupationsmächten vorwerfen: was man von der Minute ausgeschlagen, gibt keine

Ewigk

dem\ berger hat u nissen den\ Lehre liches große meru barke landal nis.

ihren von$ statt Einig Hege und( verle schidl Ruf ı öfter tönte gena) Wwurc mit wiss und woll