Druckschrift 
Vom künftigen Deutschland : Aufsätze zur Zeitgeschichte / Erik Reger
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen

2 E & h,

20 Verantwortlichkeit vor der Geschichte

faßt wurden, im stillen Träger eines passiven Widerstandes ge- wesen. Ebenso wie manche nur zufällig nicht auswanderten, weil sie die Gelegenheit verpaßten, ebenso sind viele, die es mit Bedacht nicht taten, weil es ihnen unerläßlich erschien, die Entwicklung aus allergrößter Nähe zu beobachten. Ebenso wie aus vielen Emi- granten ihre ungebrochene Kampfkraft sprach, so spricht aus vielen Daheimgebliebenen die Summe der Erfahrungen, die sie unter ihrem Volke sammelten. Märtyrertum ist immer gewaltig, immer menschlich bedeutsam. Wenn es mehr als schicksalhaft, wenn es politisch und historisch bedeutsam, entscheidend und beispielhaft sein soll, muß es von der Ueberzeugung getragen sein, daß es hin- reißende Macht hat und die Umwelt zur Resonanz geneigt ist. Diese Voraussegung hat der Nationalsozialismus zerschlagen, indem er jeden Fall dieser Art mit dem eisigen Mantel des Schweigens er- stickte. Es zirkulierten Hirtenbriefe und Predigten; die Radio- sendungen des Auslandes berichteten:- es sickerte vieles gerücht- weise durch; aber kein Historiker kann darin jenes Maß an Pu- blizität erblicken, ohne das ein Märtyrer niemals ein Befreier wird. Nachdem zu Anfang, im Frühjahr 1933 und eigentlich lange vor- her, alle seine Gegner versagt hatten, war der Nationalsozialismus nicht mehr mit Gewalt von innen zu stürzen. Die Geschichte lehrt, daß Versäumnisse zur Zeit sich zur Unzeit nicht nachholen lassen. Aber und nun kommt erst das Entscheidende: wer die Geschichte der Revolutionen kennt, weiß, was passiver Widerstand bedeutet. Hat seine Summe eine gewisse Höhe erreicht, so gleicht sie in der Wirkung aktivem Widerstand. Die Summe des passiven Wider- standes in Deutschland blieb leider unter dieser Höhe. Trotdem werden die Historiker zu erforschen haben, ob ohne diesen, wenn auch viel zu geringen, passiven Widerstand der Sieg der guten Sache nicht noch länger verzögert worden wäre. Die oft wieder- holte Frage der ausländischen Sender:Warum tut ihr nichts gegen Hitler? findet schon eine gewisse Antwort in der Feststellung, daß diese Frage von Hunderttausenden tatsächlich vernommen wurde, daß Hunderttausende mehrmals täglich nach dem Geset, das diese Sender abzuhören verbot, Zuchthaus und Henkerbeil ris- kierten. Es hat ebenso zur Unterhöhlung des Fassadenregimes bei- getragen wie die immer zahlreicher werdenden Fälle von Deser- tion, von Arbeitsverweigerung, von Entziehung aus Zwangsdiensten durch Pillenschlucken und ähnliches.‚Gesundheit ist das höchste Gut, sagt das Sprichwort. Unzählige Deutsche haben dieses Gut verachtet und sich künstlich krank gemacht, um das verhaßte Re-

gime, wenn sie es schon dulden mußten, nicht auch noch zu unter-

stüten. Jeder, der seinefreiwillige Spende so gering, wie er nur konnte, bemaß; jeder, der seine Kinder nicht in die Hitler-Jugend

ickte Dienst fi sagte, 8° Morgen sie alle

heteiligt. Bewuhts rot Ihr Ausfluch jenigen, des Red dem Ph spiel de Vieles v gepriese [reudige nämlich

Problem der Ide sollten

Guten ı

oder d

Nichter

den wo

der Paı

gleiche veranty schuldi die weı Kern

wortun) chenfr in jend Chamf verfoli endet fung: aberm) Frank! Dicht eine} genoı dem situat)