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Buchenwald : Mahnung und Verpflichtung ; Dokumente und Berichte / herausgegeben von dem Inernationalen Buchenwald-Komitee .... Redaktion: Prof. Dr. Walter Bartel [und 7 weitere]
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1, daß das

an sich schon unzureichende Essen unter solchen unhygienischen und unbe- kömmlichen Verhältnissen verzehrt werden mußte.

Im Kleinen Lager gab es zwölf solcher Baracken. In jeder waren zeitweise bis zu 1500 Häftlinge also mehr als ein ganzes Regiment untergebracht. Das Kleine Lager war von einem doppelten Stacheldrahtzaun umgeben! und in sich wieder in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Die Fläche zwischen den Baracken wurde erst ganz allmählich planiert und mit Packlager versehen; Kanalisation gab es keine, und bei Regenwetter verwandelte sich das Kleine Lager- noch mehr als das große schnell in eine Schlammfläche. Es läßt sich nur andeuten, wie es in den Baracken aussah, wenn nach Schluß der Arbeitszeit 1500 ver- schmutzte, durchnäßte, müde und hungrige Menschen zurückkehrten, ohne die Möglichkeit, sich zu säubern und ihre Sachen zu trocknen oder dieselben zu wechseln.

In das Kleine Lager kamen alle Neuzugänge, insbesondere die Massentrans- porte, auch solche aus anderen Lagern zur Quarantäne... Dorthin trieb die SS in den letzten Tagen vor der Befreiung alle, die bei Annäherung der Ameri- kaner von westlich gelegenen Außenkommandos in das Stammlager zurück- gebracht wurden und oft vom Marsch und Transport geschwächt und von dem fürchterlichen Erleben unterwegs verstört waren. Dorthinein schickten die SS- Ärzte aber auch alle Invaliden und Arbeitsunfähigen. Körperlich entkräftet, waren sie dort dem sicheren Untergang geweiht, wenn sie nicht selbst die Energie und den Lebensmut aufbrachten, sich zusammenzuraffen. Für beson- ders hartnäckige und lang andauernde Fälle hatten die SS-Ärzte im Inva- liden- und Krankenblock Nr. 61 noch die Giftspritze bereit.?

Noch schlimmer als die Insassen des Kleinen Lagers hatten es die Häft- linge im Zeltlager, das zum Kleinen Lager gehörte. Bei den ununterbrochenen Massenzugängen reichten die Stallbaracken schon im Sommer 1944 nicht mehr aus. Neues Gelände innerhalb des Lagers wurde umzäunt und zwei große Zelte aufgeschlagen, in denen zeitweise bis zu 6000 Mann untergebracht waren. Sie mußten einer neben dem anderen, mit nur einer Decke versehen, auf dem blanken Boden schlafen. Dabei war Material im Lager vorhanden. Damals war der Lagerälteste bei den zum Lager gehörigen DAWS3, einer riesigen Holz- bearbeitungsfirma, vorstellig geworden, die Holz und Bretter im Werte von Millionen im Freien lagern hatte. Er hatte darum gebeten, wenigstens soviel Bretter leihweise zur Verfügung zu stellen, daß die Häftlinge nicht auf der nackten Erde zu liegen brauchten. Die Bitte wurde abgelehnt, aber wenige Tage später brannte bei einem Luftangriff auf die zum Lager gehörenden Werkstätten und Fabriken in wenigen Stunden der gesamte dort lagernde

Holzvorrat nieder... Prof. Dr. Gerhard Harig

Das war Buchenwald!- Ein Tatsachenbericht. Leipzig, o.J., S. 11-24.

ı Vgl. Abb. 9 u. 10. 2 Vgl. S. 147. 3 Deutsche Ausrüstungswerke.

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