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inmitten einer eng zusammengepferchten Masse von Mitgefangenen, einsam, unbeachtet und kaum gepflegt, gestorben...
Auf dem freien Gelände... wurden im Frühsommer 1942 die ersten Vorberei- tungen zum Bau von Baracken getroffen. Bald trafen die Bauteile ein und uns alle überlief bei ihrem Anblick ein Grauen, konnten wir uns doch nur zu gut vorstellen, was es bedeuten würde, in diesen Baracken hausen zu müssen. Es waren nicht normale Wohnbaracken, sondern große Ställe ohne abgeteilte Räume im Innern, mit nur einem Tor an jeder Schmalseite an Stelle von Türen. Diese tatsächlich als Pferdeställe gedachten Holzbaracken hatten keine Fenster und erhielten ihr Licht nur von kleinen, mit Drahtglas versehenen Luken. In der Mitte dieser Ställe wurde ein schmaler, durchgehender Gang freigelassen, rechts und links davon an Stelle der Stände für das Vieh in drei bis vier Stock- werken übereinander große Boxen eingebaut, große rechteckige Kästen aus rohem Holz, mit starken Pfählen an den vier Ecken. In jeden solchen Kasten wurden dann ohne Strohsäcke, mit höchstens zwei, oft nur mit einer Decke, 8 bis 12 Mann zum Schlafen und zum„Wohnen“ hineingestopft.! Hygienische Einrichtungen waren in diesen Blocks nicht vorgesehen. Es gab darin keine Wasserleitung, und nur ganz einfache Öfen verbreiteten im Winter in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas Wärme. Zum Waschen und Austreten mußte man die Baracke verlassen. Primitive Waschgelegenheiten und noch primitivere Latrinen waren zunächst im Freien und später in einer viel zu kleinen Abort- anlage in der Mitte des kleinen Lagers vorhanden. Handtücher waren ein un- bekannter Luxus. Es läßt sich denken, daß trotz strengster Maßregeln und sorg- fältiger Reinigung der Baracken keine wirkliche Sauberkeit zu erreichen war. Ungeziefer wurde eingeschleppt und war einfach nicht mehr auszurotten. Nie- mand hatte eine Stelle, wo er seine Privatsachen unterbringen konnte. Dieb- stähle waren infolgedessen an der Tagesordnung, und die meisten legten ihren aus Stoffabfällen selbst zusammengeflickten Brotbeutel mit etwas Wäsche, einem Stück Bindfaden, einigen Blatt Papier oder ähnlichen unentbehrlichen Dingen, mit einigen sorgfältig gehüteten Krümchen Tabak und eventuell mit einem aufgesparten Rest Brot nachts unter ihren Kopf und schleppten ihn tags- über mit auf den Appellplatz und zur Arbeit, wobei sie Gefahr liefen, deswegen „aufzufallen“ und bestraft zu werden. Eigene Eßschüsseln gab es nicht. Hatte einer seine Wassersuppe heruntergeschlungen, gedrängt von dem Nächsten, der auf die Schüssel wartete, so wurde die Schüssel ungespült sofort weiter benutzt, denn es gab kein Wasser und keine Gelegenheit, die Schüsseln zu reinigen. Schnell aber mußte es gehen, um mit der geringen Zahl von Schüsseln alle Insassen der Baracken in der kurzen, dafür zur Verfügung stehenden Zeit ab- speisen zu können. Glücklich derjenige, der wenigstens einen Löffel und einen Trinkbecher besaß. Es ist klar, daß diese Zustände die Gefahr von Ansteckungen
_und Seuchen ungeheuer vergrößerte und daß die vielen, vielen Todesfälle in- folge von Magen- und Darmleiden mit darauf zurückzuführen waren, daß das
1 Vgl. Abb. 19 und 20
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