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Bauten mit großen Unterbrechungen äußerst langsam von einem kleinen Kom- mando errichtet und erst fertiggestellt wurde, als Deutschland bereits so her- untergewirtschaftet war, daß es dort nichts mehr zu kaufen gab und zu kaufen geben konnte. Auf jedem Briefbogen und auf jeder Karte, die wir schreiben durften, stand zu lesen:„Es kann im Lager alles gekauft werden“,! aber das „alles“ bestand zuletzt nur noch aus einer großen Tafel, die von den dort be- schäftigten Häftlingen in dem Verkaufsraum aufgestellt war und auf der in acht Sprachen zu lesen stand:„Ausverkauft“.
Unterhalb des Appellplatzes befanden sich die eigentlichen Wohnbaracken, die in leicht gekrümmter Linie in Reihen zu je fünf nebeneinander lagen. Die ersten sechs Reihen bestanden aus Holzbaracken, dann folgten drei Reihen zweistöckiger Steinbauten, in denen je doppelt so viel Häftlinge untergebracht waren. Diese Baracken oder Blocks, wie sie genannt wurden, waren mit den Nummern von 1 bis 50 versehen. Nicht alle dienten Wohnzwecken, sondern nur 43; 13 davon waren massive Steinblocks. In diesen 43 Baracken waren gegen Ende des Krieges etwa 25 000 Mann zusammengepfercht. Nach Osten zu schlossen sich an jede Reihe der Wohnblocks je ein Werkstatt- oder Wirt- schaftsgebäude an, unter anderem das Lebensmittelmagazin, die Küche mit einem großen Kartoffelkeller, die Wäscherei und das Kammergebäude mit einer Desinfektionsanlage. Zu beiden Seiten erstreckten sich am Zaun entlang bis zum unteren Ende des Lagers die großen Flächen der Gärtnerei.
Die Gewächshäuser und das Hauptgebäude der Gärtnerei lagen auf der öst- lichen Seite des Lagers... Hier herrschte der Knüppel uneingeschränkt, hier führte die SS selbst bis zuletzt eine strenge Aufsicht und überbot sich in Demü- tigungen und Quälereien ihren machtlosen Sklaven gegenüber.
Gleichfalls im Osten des Lagers lag unterhalb der Gärtnerei eine große Klär- anlage, deren Bau allerdings erst im Jahre 1943 in Angriff genommen wurde, als Buchenwald mit seinen 30 000„Einwohnern“, mit seinen Werkstätten und Fabrikanlagen nicht mehr ohne eine solche Einrichtung existieren konnte, ohne die ganze Umgebung zu gefährden. An der anderen Seite des Lagers befand sich, etwa in der gleichen Höhe des Lagers, der Krankenbau und der Schweine- stall. Lange Zeit bestand das Revier? nur aus zwei Holzbaracken von normaler Größe, die sich nur durch die Aufteilung der Räume im Innern von den Wohn- baracken unterschieden. In diesen Baracken waren nicht nur die Krankenräume, sondern auch die Diensträume der SS-Ärzte, die Büroräume, die Operations- zimmer, die Apotheke usw. untergebracht. Es ist klar, daß diese Einrichtungen bei der ständig zunehmenden Zahl der Häftlinge von Anfang an gänzlich un- zureichend waren. Solange Buchenwald bestanden hat, mußten buchstäblich täglich Kranke, die unbedingt ins Bett gehörten, weggeschickt werden, weil kein Bett frei war. Die Revierbauten wurden zwar im Laufe der Jahre erweitert und vergrößert, aber nur im ständigen zähen Kampf mit der widerstrebenden Lager- führung. Ganze Baracken wurden schwarz gebaut, das heißt ohne die Genehmi-
ı Vgl. Abb. 104. ® Häftlingskrankenbau.
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