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Buchenwald : Mahnung und Verpflichtung ; Dokumente und Berichte / herausgegeben von dem Inernationalen Buchenwald-Komitee .... Redaktion: Prof. Dr. Walter Bartel [und 7 weitere]
Entstehung
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das Seine.! Im Torweg war ein Schalter eingebaut, an dem ständig ein Block- führer Dienst machte und jeden Häftling aufschrieb, der tagsüber das Tor passierte. Zu seiner Unterstützung stand ein zweiter Blockführer im Torweg selbst, der, meist mit einem Stock bewaffnet, die Häftlinge anhielt und zum Fenster verwies. Jeder mußte die Mütze ziehen und in strammer Haltung mel- den, woher er kam und wohin er wollte, besonders für Ausländer eine schwierige Aufgabe. Oft genug setzte es dabei Prügel und Schimpfworte. Morgens und abends rückten durch dasselbe Tor die großen Arbeitskolonnen aus und ein, jeden Tag mehrere tausend Häftlinge. Dann standen rechts und links eine Anzahl Blockführer, die die Reihen zählten. Es wurde in Fünferreihen durch- marschiert. Die Arbeitskommandos mußten auf Befehl ihres Kapos die Mützen abnehmen und dieser selbst mußte voraneilen und die Stärke des Kommandos melden...

Vom Lager aus gesehen rechts schloß sich an die Toreinfahrt der niedrige Bunker an, ein Bau mit etwa zwanzig schmalen Arrestzellen, in dem die SS fern von jeder Kontrolle ihre sadistischen Verhöre und Folterungen durchführen konnte... Viele von den Kameraden, die in den Bunker kamen, sind lebendig nicht wieder herausgekommen.

Auf der anderen Seite der Durchfahrt lagen Büro- und Aufenthaltsräume der SS. Hier befand sich der Raum des Rapportführers und des Lagerführers, die die gesamte Verwaltung des Lagers unter sich hatten, ferner die Räume des Arbeitseinsatzführers und Arbeitsdienstführers, die die Arbeitseinteilung und-verteilung beaufsichtigten. Von ihnen hing das Schicksal aller Häftlinge insofern ab, als letzten Endes sie bestimmten, in welchem Kommando jeder zu arbeiten hatte, ob und wohin jemand auf Transport geschickt werden sollte.

In diesen Räumen befand sich auch die Zentrale der Großlautsprecheranlage, durch die Befehle an das gesamte Lager ausgegeben wurden. Das Mikrophon konnte im Raum des Rapportführers oder im Freien aufgestellt werden. Über dem Tor waren zwei Riesenlautsprecher für den Appellplatz angebracht und in jeder Baracke und Werkstatt Zimmerlautsprecher, die Tag und Nacht ihre Stimme ertönen ließen...

Direkt vor dem Tor im Lager erstreckte sich ein riesiger Appellplatz, auf dem 20.000 Mann antreten konnten. Er war ursprünglich noch einmal so groß geplant gewesen, aber bei Ausbruch des Krieges erst zur Hälfte fertiggestellt. Die andere Hälfte wurde dann später für andere Zwecke verwendet. Dort be- fand sich im Herbst und Winter 1939 das berüchtigte Polenlager.... und dort wurden im Jahre 1940 das Krematorium mit der Leichenhalle und im Jahre 1942 große hölzerne Werkstattbaracken erbaut, in denen wohlgemerkt innerhalb des eigentlichen Wohnlagers Kriegs- und Rüstungserzeugnisse hergestellt wurden. Am entgegengesetzten Ende des Appellplatzes waren gleichfalls drei große Holzbaracken für Werkstätten errichtet worden und dazu die sogenannte Häftlingskantine: ein reiner Renommierbau, der im Gegensatz zu den anderen

ı Vgl. Abb. 7 u. 8,

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