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Buchenwald : Mahnung und Verpflichtung ; Dokumente und Berichte / herausgegeben von dem Inernationalen Buchenwald-Komitee .... Redaktion: Prof. Dr. Walter Bartel [und 7 weitere]
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vor der Befreiung war ein Projekt zum Bau von Krankenbaracken außerhalb des Lagers in Bearbeitung. Es ist interessant, daß diese Planungsarbeiten aus- schließlich von SS-Angehörigen ausgeführt und streng geheim gehalten wurden. Es blieb aber bei der Vorbereitung der Baustelle. Innerhalb des Häft- lingslagers sollten weitere, ganz primitive Unterkunftsbaracken gebaut werden, die je 500 bis 600 Häftlinge aufnehmen sollten. In den projektierten 19 Baracken sollten zirka 12000 Häftlinge Platz finden. So gedachte die SS, für die Häft- lingezu sorgen. Der Anfang war gemacht, aber keine einzige Baracke wurde fertiggestellt.;

Karl Blumentritt! BA 41-9. Bericht vom 25. April 1945.

Die Einrichtungen des Lagers

Das Häftlingslager

...Das etwa einen halben Quadratkilometer große Häftlingslager war von einem elektrisch geladenen und nachts durch kleine Lampen erleuchteten Draht- zaun umgeben, an dem in regelmäßigen Abständen 23 Wachttürme verteilt waren. Diese Wachttürme waren dreistöckig. In den beiden unteren Geschossen befanden sich die Aufenthalts- und Schlafräume für die Posten. Das oberste Stockwerk war nach drei Seiten ganz offen und Tag und Nacht von einem SS- Posten besetzt, der mit einer Maschinenpistole bewaffnet war und außerdem ein Maschinengewehr zur Verfügung hatte, das ständig schußbereit ins Lager ge- richtet war. Es ist nicht nur einmal vorgekommen, daß Posten aus Langeweile oder Übermut an ihren Waffen herumgespielt haben oder sonst ohne weitere Gründe Schüsse in das Lager abgaben. Im Jahre 1944 ist auf diese Weise ein sowjetischer Kriegsgefangener erschossen worden, der in einer Baracke krank lag. Die Kugel durchschlug die dünne Holzwand und tötete den ahnungslosen Gefangenen. Die obere Plattform der Türme war durch ein Dach geschützt, auf dem sich ein drehbarer Scheinwerfer befand, mit dem Zaun und Lager abgeleuchtet werden konnten.

Der Wachtturm Nr. 1 war größer als die übrigen und befand sich unmittel- bar über dem Lagertor. Dieses Torgebäude, das nach dem gleichen Plan aller deutschen Konzentrationslager gebaut worden war, verdient wohl eine be- sondere Schilderung, da mit seinen Einrichtungen und in seinen Räumen das Schicksal vieler Häftlinge entschieden wurde. Unter dem Wachtturm befand sich eine große Toreinfahrt, die mit einem eisernen Gitter abgeschlossen werden konnte. Auf der Außenseite des Tores stand der Spruch:Recht oder Unrecht mein Vaterland. In dem Gitter waren von innen die Worte zu lesen:Jedem

ı Karl Blumentritt, geb. 1908 in der CSR, 1939 bis 1945 KZ Buchenwald.

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