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Buchenwald : Mahnung und Verpflichtung ; Dokumente und Berichte / herausgegeben von dem Inernationalen Buchenwald-Komitee .... Redaktion: Prof. Dr. Walter Bartel [und 7 weitere]
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Querstangen befestigt. Zwanzig bis dreißig Mann zogen an diesen Stangen mit Aufbietung aller Kräfte im Gleichschritt die Lore aus dem Steinbruch in die Höhe.

Ein besonderes Beispiel sadistischer Lust der SS waren die Fuhrkolonnen!. Es gab im Lagerbereich weder Lastautos noch Pferdefuhrwerke, mit Ausnahme der Lieferwagen Weimarer Firmen. Aber es gab hölzerne Kastenwagen, wie sie gewöhnlich für zwei Pferde auf dem Lande Verwendung finden, die von Häftlingen gezogen wurden. Jeder Häftling hatte ein Zugband über einer Schulter quer über die Brust, das mit einer Kette an der gemeinsamen Zugkette in der Mitte der Kolonne befestigt war. Einige schoben und andere griffen bei Steigungen in die Speichen der großen Räder. Einer führte die Deichsel und lenkte den Wagen. Mit diesem Wagen mußten Erde und Steine, Ziegel und Zement, Balken und Stämme, Bauteile und Küchenabfälle, kurz alles das trans- portiert werden, was von den Trägerkolonnen nicht geschleppt werden konnte. Es gab im Lager vier solche Fuhrkolonnen. Zu dieser schweren Arbeit wurden von der SS nur solche Häftlinge verwendet, die von ihr als besonders minder- wertig angesehen wurden, nämlich Juden und sowjetische Kriegsgefangene. Sie wurden streng beaufsichtigt und häufig bestraft, wenn nach der willkürlichen Ansicht eines SS-Angehörigen die Wagen nicht voll beladen waren, wenn sie zu langsam gezogen wurden, oder wenn die Fuhrkolonne nicht exakt genug grüßte und was dergleichen Dinge mehr waren. Ein Grund zur Bestrafung fand sich immer, und eine Verwahrung dagegen gab es nicht. Dann gab es Kost- entzug, Strafarbeit bis in die späten Abendstunden oder sonntags nachmittags und mehr als einmal Prügelstrafe für die ganze Mannschaft.

Beim Aufbau des Lagers sorgte die SS in erster Linie für ihre eigene Bequem- lichkeit. Der Ausbau des Häftlingslagers wurde hintan gehalten oder nur nach Schluß der offiziellen Arbeitszeit zugelassen. Dagegen mußten die SS-Unter- künfte und Wirtschaftsgebäude, die Kasernen und die zahlreichenFührer- häuser, das heißt Villen für die SS-Offiziere, die Heizwerke, die Straßen und Fernheizanlagen, der Lagerzaun mit seinen 23 Wachttürmen, Werkstätten, später Fabrikanlagen und eine Eisenbahnlinie nach Weimar in ständigem Hetz- tempo, und besonders vor dem Kriege, als es noch keine Verdunklung gab mit Einlegung von vielen Nachtschichten errichtet werden...

Prof. Dr. Gerhard Harig?

Das war Buchenwald- Ein Tatsachenbericht. Leipzig, o. J. S. 8-11. Die Aufbauzeit

Glühende Hitze lag auf der Autobahnstraße Leipzig-Erfurt, auf der unser Transport vom KZ Lichtenburg, vollgestopft mit Schutzhäftlingen, die sich zum größten Teil schon seit 19383 in den Händen der nazistischen Banditen befanden,

1 Vgl. S. 225 f. u. Abb. 68 bis 70.

2 Prof. Dr. Gerhard Harig, geb. 1902, von 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt Professor an der Karl-Marx-Universität Leipzig.

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