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Buchenwald : Mahnung und Verpflichtung ; Dokumente und Berichte / herausgegeben von dem Inernationalen Buchenwald-Komitee .... Redaktion: Prof. Dr. Walter Bartel [und 7 weitere]
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Kasernen. Wehe, wenn ein Stein den Aufsicht führenden SS-Leuten zu klein er-

schien!! Dann setzte es Prügel oderSport, das heißt Exerzieren bis zum

Umfallen für den Häftling oder für die ganze Kolonne, bei der er arbeitete.

Zum Ausschachten des Untergrundes für die zahllosen Gebäude und zum Pla- nieren des Geländes zwischen den Gebäuden wurden keine Bagger verwendet. Das Erdreich wurde herausgetragen und zum großen Teil mit Tragen abtrans- portiert. Die Tragen waren viereckige, oben offene Holzkästen, an denen zwei Tragstangen so befestigt waren, daß sie von zwei Häftlingen transportiert wer- den konnten. Für Strafkolonnen wurden Kästen in besonders großem Format hergestellt. Wir versuchten, uns die schwere Last dadurch zu erleichtern, daß wir Stricke oder Drähte an den Stangen befestigten, die wir über die Schultern und den Nacken legen konnten, um die Last mit dem ganzen Körper zu tragen, wenn die Hände die Stangen nicht mehr halten konnten und die Arme förmlich aus den Gelenken zu reißen drohten. Aber das wurde unter Androhung strenger Strafen verboten und konnte nur heimlich versucht werden, indem wir die Stricke durch die Rockärmel führten. Täglich konnte man so lange Kolonnen mit Tragen im Lagerbereich ihre schwere und traurige Arbeit verrichten sehen.

SS-Leute bis hinauf zum Lagerführer sorgten dafür, daß bei längeren Trans-

portwegen die Tragen unterwegs nicht zu oft abgesetzt und die Pausen nicht

länger als unbedingt nötig ausgedehnt wurden. Nur an den Baustellen, an denen größere Erdmassen bewegt werden mußten, wurden Kipploren und, in seltenen Ausnahmefällen und immer nur für wenige Wochen, Zugmaschinen für die Loren verwendet. Die Regel war, daß die Loren von uns Häftlingen selbst geschoben werden mußten, Berge hinauf, durch Dreck und Schlamm, der mehr als einmal oben in die Schuhe hineinlief, bei glühender Hitze im Sommer und eisiger Kälte im Winter, bei der die Hände an den kalten Eisenteilen an- klebten. In Buchenwald gibt es keinen Sandboden, sondern einen mit vielen großen Steinen durchsetzten Muschelkalk... Dieser Schlamm klebte an den Händen und am Werkzeug, er verbreitete sich von da über die Hosenbeine und Jacken, beim Steinetragen über die Schultern und Mützen, und drang über die Schuhe an die Hosenbeine, die Socken und Unterhosen. Die Sachen mußten dann nach der Arbeit ausgebürstet werden, falls sie bei Regenwetter überhaupt getrocknet werden konnten. Und wenn wir am nächsten Morgen nach dem Aus- marsch an der Arbeitsstelle ankamen, waren wir schon wieder bis an die Knie bespritzt und verdreckt.

Auch die Stämme der vielen gefällten Bäume wurden nicht abgefahren, son- dern mußten auf der Schulter weggeschleppt werden. Da gab es Kolonnen von 90 bis 40 Mann, die einen riesigen Eichen- oder Buchenstamm mühsam fort- trugen. Die Brocken aus dem Steinbruch wurden bis zum Jahre 1944 in Loren den steilen Abhang hinaufgeschoben. An jeder Lore war ein starkes Seil mit

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