14 Die normale Keimesentwicklung
Die zwischen der Amnion- höhle und dem Dottersack lie- gende mehrschichtige Zell- masse, der Embryonalschild, stellt die eigentliche Embryo- nalanlage dar. Im Embryonal- schild bildet sich der soge- nannte Primitivstreifen aus, in dem sich bald auch eine Segmentierung zeigt und aus dem sich dann allmählich der Körper des Embryos heraus- bildet(Bild 7h bis k). Der aus Mesoderm bestehende Haft- stiel stellt die Verbindung des Steißteils des Embryos mit dem Trophoblasten her(Bild 68 und 7h bis k); in ihn wächst auch der später sich wieder rück- bildende Allantoisgang” hinein; eine eigentliche Allan- tois wird beim Menschen nicht gebildet.
Allmählich vergrößert sich die Amnionhöhle immer mehr, während sich gleichzeitig der Trophoblast zur äußeren Ei-
— ar a haut, dem Chorion(Zottenhaut), Bild 8. Menschlicher Embryo, 19,5 mm lang, Vergröße- umwandelt,. Vom Chorion wach- rung 1?/afach. Alter etwa 45 Tage.(Nach Grosser.) sen Zotten in die Schleimhaut
Das Chorion ist geöffnet; die außen sitzenden Chorionzotten sind am des Uterus hinein und stellen Rand zu sehen. Der Embryo ist vom Amnion umhüllt; er schwimmt in h n R e: damit eine ungemein innige
der Amnionflüssigkeit, Neben dem Amnion liegt frei der Dottersack.
Verbindung der beiden Häute her. Die Amnionhöhle wird schließlich so groß, daß sich das Amnion der Innenseite des Chorions anlegst(Bild 7k). In der Amnionhöhle wird eine Flüssigkeit abge- sondert, in der der heranwachsende Embryo schwimmt; ihre Bedeutung ist die, den Embryo vor jedem harten Druck zu schützen. Mit der Vergrößerung der Amnion- höhle wird der Dottersack immer kleiner. Der größer werdende Embryo hängt mit dem Bauchstiel an der äußeren Wand der Fruchtblase; in diesem Stiel verlaufen der zum Dottersack führende Gang, der rudimentäre Allantoisgang sowie die Blutgefäße, die den Embryo von der Anheftungsstelle her ernähren.(Bild 7k und Bild 8, das einen Embryo in seinen Eihäuten zeigt.)
An der Einpflanzungsstelle des Keims wachsen das Chorion und die Schleim- haut des Uterus(Membrana decidua) immer inniger zusammen; sie bilden schließ- lich den Mutterkuchen, die Plazenta. Über den ursprünglich ganz in die Schleim- haut des Uterus eingesenkten Keim geht zunächst sogar noch eine Schicht dieser Schleimhaut, die Decidua capsularis, hinweg. Der Keim ist damit einge- hüllt von zwei Häuten, die von ihm selbst gebildet sind(dem Amnion und dem Chorion), und einer von der mütterlichen Seite her gebildeten Haut(Bild 11a). Diese plattet sich dann mit zunehmendem Wachstum des Keimes immer mehr ab, wird
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* Die Allantois ist ein embryonaler Harnsack, der bei niederen Wirbeltieren stark entwickelt ist, bei Säugern nur noch eine geringe Rolle spielt,
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