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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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bzw. zu befreien. Ein Jude, der aus Lublin entwichen war, wurde kurz vor der Ghettomauer erfaßt. Er war wie folgt bewaffnet: eine Pistole 08, Reservemunition in größerer Anzahl, zwei polnische Eierhandgrana- ten...

7. Mai 1943

... Eine größere nicht bekannte Zahl von Juden, die sich weigerten, die Bunker zu verlassen und bewaffneten Widerstand leisteten, sind in den Bunkern ums Leben gekommen...

8. Mai 1943

... Wie schon vor einigen Tagen gemeldet, halten sich z. Zt. noch das Untermenschentum, die Banditen und Terroristen in Bunkern auf, in denen durch die Brände die Hitze unerträglich geworden ist. Diese Kreaturen wissen nun genau, daß es nur eines gibt, entweder sich verborgen zu halten, so lange es geht oder an die Erdoberfläche zu kommen, dabei aber den Versuch zu machen, möglichst die sie be- drängenden Männer der Waffen-SS, der Polizei und der Wehrmacht zu verwunden bzw. umzulegen...

10. Mai 1943

... Der von den Juden geleistete Widerstand war heute ungeschwächt. Im Gegensatz zu den Vortagen haben sich anscheinend die noch vor- handenen und nicht vernichteten Angehörigen der jüdischen Haupt- kampfgruppe in die ihnen höchst erreichbaren Ruinen zurückgezogen, um von dort feuernd den eingesetzten Kommandos Verluste beizu- bringen...

11. Mai 1943

... Erschossen wurden 53 Banditen...

13. Mai 1943

... Es zeigte sich am heutigen Tage, daß die nunmehr gefangenen Juden und Banditen den sogenannten Kampfgruppen angehören. Es sind durchweg junge Weiber und Burschen im Alter von 18 bis 25 Jah- ren. Bei der Aushebung eines Bunkers entspann sich ein regelrechtes Feuergefecht, bei dem die Juden nicht nur aus Pistolen 08 und poln. Vis-Pistolen schossen, sondern auch polnische Eierhandgranaten gegen

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