Gleichzeitig fand an der Ecke Mila- und Zamenhofastraße der größte Zusammenstoß statt. Unsere Kämpfer hatten sich an allen vier Ecken der Straße verschanzt und griffen die deutsche Hauptkolonne an, die dort ins Ghetto einzumarschieren begann'”®).
Nach den ersten Salven eines Maschinengewehrs und einigen trefflich in die dichten Reihen der einrückenden SS geschleuderten Handgranaten wurde die Straße leer. Man sah keine Uniform mehr. Sie zogen sich in die nahen Haustore zurück, und nur einzelne Schüsse wurden gewechselt. 15 Minuten später rollten durch das„Wach“tor Panzer herein. Sie fuhren direkt auf die Positionen unserer Kämpfer zu. Eine gut ge- schleuderte Flasche mit flüssigem Zündstoff traf einen Panzer. Sofort loderten die Flammen hell auf. Der Panzer war bereits außer Gefecht. Die Besatzung verbrannte bei lebendigem Leibe. Die beiden anderen kleinen Panzer machten sich schnell aus dem Staube, und die vorher in Deckung gegangenen Deutschen liefen ihnen ganz benommen nach. Sie wurden noch mit einem Hagel von Handgranaten und Geschossen
bedacht.
Der vorbereitete Feuerüberfall'7!)
... Ich(Stroop) traf am 17. April 1943 in Warschau ein und übernahm die Führung der Großaktion am 19. 4. 43 um 8 Uhr, nachdem die Aktion selbst schon um 6 Uhr an diesem Tage begonnen hatte.
Vor dem Beginn dieser Großaktion waren die Grenzen des ehemaligen jüdischen Wohnbezirks durch eine äußere Absperrung abgeriegelt, um einen Ausbruch der Juden zu vermeiden. Diese Absperrung bestand fortlaufend vom Beginn bis zum Ende der Aktion und war nachts noch besonders verstärkt.
Beim ersten Eindringen in das Ghetto gelang es den Juden, durch einen vorbereiteten Feuerüberfall die angesetzten Kräfte einschließlich Panzer- und Schützenpanzerwagen zurückzuschlagen.
170) Durchs Tor Gesia-Zamenhofastraße marschierten die Truppen in Richtung Mura- nowplatz ein. Die J. K.O. war in der Umgebung des Tores versteckt, ließ die Truppe aber zuerst vorbei. Als sie dann an der Ecke Mila-Zamenhofastraße anlangte, eröffnete die J. K.©. erst das Feuer.
171) Stroop-Bericht, Seite 4.
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