Niederlage. Er hat nichts mehr zu verlieren und strebt deshalb danach, uns auf so barbarische Weise zu vernichten, wie die Geschichte sie nur kennt. Brüder, lassen wir uns doch nicht wie die Schafe zur Schlacht- bank führen! Wer erst in die Waggons einsteigt, der ist für immer ver- loren. Die Hoffnung auf ein Entkommen ist gering. Aber darum kämp- fen wir ja hier. Jedes Haus muß zur Festung werden!
Die ersten Waffen!°)
Mit einem größeren Waffentransport, der durch die Instanzen der polnischen militärischen Untergrundbewegung abgesandt wurde, kam unsere Hauptbewaffnung an. Sie bestand aus Revolvern, Handgranaten und Sprengmaterial!%). Für Geld, das wir erhielten, kaufen wir noch einige Gewehre und Munition. Wir zahlten für„Wis“ 1%) und Para- bellum 10 000 bis 15 000 Zloty pro Stück.
Zwischen Januar und April 1943!°°)
Während der kurzen Atempause vom 18. Januar bis 19. April widmete die jüdische Bevölkerung alle ihre Kraft dem Bunkerbau. In wilder Raserei wurden Stollen gegraben. Tags durchstreiften die Juden die Ruinen und suchten nach Brettern, Steinen und anderem Baumaterial. Die Nächte waren der Bauarbeit gewidmet. Wir strengten alle unsere Kräfte an, unsere Gaben und den Erfindergeist, um Bunker mit höchst- möglicher Stabilität und einigem Komfort zu schaffen. Es galt, so tief wie nur möglich zu graben und den Eingang gut zu tarnen. Meistens hatte jeder Bunker mehrere Eingänge, damit man entwischen konnte, falls die Deutschen einen Eingang entdeckten.
163) Neustadt, Seiten 153—154. Aus einem im März 1944 verfaßten Bericht des Jüd. Untergrunds, der durch Kurier am 24. 5. 1944 nach London gesandt wurde.
164) Der militärische Untergrund unterstand der Londoner Exil-Regierung. Der Trans- port enthielt 50 Pistolen, 50 Handgranaten, 4 kg Sprengstoff. Anfang 1943 kam er im Ghetto an. Zwei Monate vorher hatten polnische Persönlichkeiten der J. K.©. aus den gleichen Kreisen zehn alte Kleinkaliberpistolen vermittelt, die beim ersten Zusam- menstoß mit den Deutschen im Januar 1943 benutzt wurden.
165) Ein Gewehr Kaliber 9, das eine Waffenfabrik in Radom herstellte.
166) Borzykowski, Seite 29.
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