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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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Wielikowski versuchte, sich zu retten und zeigte seinen„Schutzbrief“, der ihm vom Warschauer Gouverneur ausgestellt wurde, vor. Der SS- Offizier jedoch entriß ihm das Papier und schlug es ihm ins Gesicht. Dann zerfetzte er es in kleine Schnipsel und erschoß ihn.

Die Leichen der Erschossenen blieben neben den Mülltonnen liegen.

Edward Kobryner wurde vorher aus der Reihe herausgerufen. Ihn verlud man in einen Waggon der„Aussiedlung“.

Damit ist das Kapitel„Judenrat“ in Warschau beendet.

Anhang!)

X 16) hat mich beauftragt, Ihnen, Zygelboim'”), folgendes mitzu- teilen:

Sagt ihnen, daß wir hier manchmal alle, die gerettet wurden, hassen, weil sie uns nicht auch retten... Sie setzen sich nicht genug für uns ein. Selbstverständlich wissen wir, daß man dort in der Welt der freien Menschen das, was uns hier geschieht, einfach nicht glauben kann. Aber wenn sie doch nur etwas unternehmen möchten, damit die Welt es glaubt! Wir sterben hier alle. Sollen sie dort auch sterben! Sie können doch die Amtssitze von Churchill und anderen belagern. Sie sollten in den Hungerstreik treten und so lange hungern, bis sie vor den Haus- türen Hungers sterben. Aber sie sollten nicht nachgeben bis man ihnen glaubt. Nicht nachgeben, bis man Mittel und Wege findet, jene zu retten,

135) Jan Karski, ein polnischer Kurier, schaffte das Schriftstück im Herbst 1942 nach London. In der Yiddisch-Zeitschrift„Unsere Zeit“ wurde es im März 1943 in New York abgedruckt. Später veröffentlichte Karski seine polnischen Erlebnisse im Buch „Story of a Secret State“, Boston und London 1944. In seinem Buch„Defeat in Victory“, New York 1947, erzählt Jan Czechanowski, vor und während des Krieges polnischer Botschafter in Washington, daß er am 28. 7. 1943 mit Jan Karski bei Prä- sident Roosevelt war. Ersterer berichtete ausführlich über die Lage in Polen, auch über die Ausrottung des Judentums. Roosevelt habe aufmerksam gelauscht und Fragen, wie z.B. nach dem Zustand von Vieh und Pferden in Polen, gestellt. Nach Einzelheiten über die Judenausrottung fragte er jedoch nicht. Mit keinem Wort.

136) Dr. Leon Feiner, einer der Führer der jüdisch-sozialdemokratischen Partei in Polen. Aus Geheimhaltungsgründen wurde damals seine Name nicht genannt.

137) Siehe Fußnote 205.

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