umgebracht. Man gründete Chöre. Auf besonders hohem Niveau standen die Kinderchöre unter Leitung von J. Feiwisches, der im Lager Poniatowo umkam. Weitere Chorleiter wie Glatstein®), Sachs®) und andere wurden in Treblinka ermordet. Obwohl sie in schrecklichster Not lebten, veranstalteten jüdische Maler und Bildhauer von Zeit zu Zeit Aus- stellungen ihrer Werke. Einer von ihnen war Felix Friedman°). Sämt- liche jüdischen bildenden Künstler fanden in Treblinka den Tod.
Die anders waren 27.—28. Februar 1941
Zu einem Juden, der seine Armbinde verloren hatte, sagte ein deut- scher Offizier:„Sie, Jude, Sie haben das 20. Jahrhundert verloren.“®)
Mitte August 1941
Man erzählt, zwei Verwundete(deutsche Soldaten) hätten zwei jüdische Jungen beim Überklettern der Ghettomauer beobachtet und ihnen Beifall geklatscht. Als ein polnischer Polizist und zwei deutsche Gendarmen die beiden Kinder schlugen, riefen die Soldaten:„Du aus- gefressener Schweinehund! Du Drückeberger!“
Eine ähnliche Geschichte erzählt man sich vom„Krasinski-Garten“. Man warf Brot für die jüdischen Kinder hinüber, aber ein Polizist schlug auf die Kinder ein und die Soldaten pöbelten ihn an:„Du voll- gefressenes Schwein!“®)
August 1941
Es gab Deutsche, die durch das Ghetto fuhren und dort Brot für die Bettler zurückließen. Jemand„verliert“ auch wohl Brot, wenn er per Auto durchs Ghetto fährt. Ein anderer hält seinen Wagen gar an, ruft einen Jungen herbei und schenkt ihm Brot. Aber das sind seltene Fälle einer menschlichen Regung 1%),
95) Jakob Glatstein war Komponist und Dirigent. 96) Vor dem Kriege war er als Musiker in Lodz tätig. 97) 1897 in Warschau geboren.
98) Archiv Ringelblum I, Seite 97.
99) dort, Seite 160.
100) dort, Seite 163.
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