Der„Bund“ gab heraus:„Bulletin“,„Zeitfragen“,„Jugendstimme“ (in yiddisch);„Für unsere und eure Freiheit“,„Die neue Jugend“(in
polnisch).
„Linke Poale Zion“ druckte:„Proletarischer Gedanke“,„Jugendruf“ (in yiddisch).
„Hashomer Hatzair“®) hatte:„Aufruf“ in yiddisch;„Vorfrühling“, „Morgenstern“ in polnisch.
„Dror“°) veröffentlichte:„Dror“,„Nachrichten“,„Der Führer“,„Mut und Pein“(in yiddisch).
„Poale Zion“ brachte:„Befreiung“ in yiddischer Sprache. Der„Antifaschistische Block“:„Der Ruf“ in yiddisch.
Die Kommunisten druckten:„Morgenfreiheit“ in yiddisch. Aber es gab noch viele andere.
Ein Teil dieser Blätter, die in Warschau erschienen, wurde in fast allen anderen Ghettos verbreitet, obwohl die Verbindung und der Trans- port außerordentlich schwierig waren.
Selbst ein symphonisches Orchester mit einem ausgezeichneten Dirigenten, Szymon Pullmann°'), betätigte sich im Ghetto. Die herr- lichen Symphonie- und Kammerkonzerte schufen seltene Stunden von Ruhe und Vergessen. Pullmann, und mit ihm fast alle Mitglieder des Orchesters, an ihrer Spitze der Geiger Ludwik Holzmann”), kamen in Treblinka ums Leben. Den jungen Kapellmeister Marian Nauteich®°) brachte man im Lager Trawniki um. Auch junge Talente wurden im Ghetto entdeckt, wie z. B. die phänomenale Sängerin Marysia Eisenstat —„die Ghetto-Nachtigall“—, Tochter des Dirigenten vom Warschauer Synagogen-Chor*). Sie wurde bei einer Liquidation von SS-Leuten
89) Linksradikale Zionisten. 90) Jugendbewegung der„Poale Zion“.
91) 1889 in Warschau geboren, absolvierte er das Konservatorium in Petersburg mit Auszeichnung. Bis 1938 als Professor am Wiener Konservatorium tätig.
92) 1889 geboren, war er 23 Jahre in der Philharmonie Warschau tätig.
93) 1907 in Lodz geboren, absolvierte er das Warschauer Konservatorium mit Aus- zeichnung. 1938 war er auf Konzerttournee in den Vereinigten Staaten.
94) David Eisenstat.
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