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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
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klemmten jedoch unglücklicherweise im Spalt fest. Mit beiden Händen und allen Kräften versuchte ich dennoch, ihn hindurch zu zerren. Er fuhr fort entsetzlich zu schreien. Jenseits der Mauer hörte man die Polizisten kräftige Hiebe austeilen. Als es mir endlich gelang, den Jungen aus dem Loch zu ziehen, lag er bereits im Sterben. Sein Rückgrat war zerquetscht.

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Es gab fast keine Schulbücher. Man half sich mit einigen mühsam auf der Schreibmaschine geschriebenen Heften, und diese wurden nur den Lehrern in die Hand gegeben. Jede Schule hatte eine Gruppe von Erwachsenen-Helfern, die Lehrmaterial beschafften, den Teller Suppe für jedes Kind stellten, Geld für die Lehrer sammelten usw. Im Winter genügend Heizmaterial für den Klassenraum zu besorgen, war ein noch größeres Unternehmen. Der Kampf für die geistige Nahrung wurde mit derselben Intensität wie der um die materielle Ernährung gekämpft.

Anhang°°)

Mit der Bevölkerungszahl erhöhte sich auch die Anzahl der Kinder im Warschauer Ghetto. In den Jahren 19411942 waren es 50 000.

Beim wohlhabenden Bevölkerungsteil gab es keinen Kinderreichtum, doch die Armen, die aus der Provinz kamen, hatten sehr viele Kinder. Außerdem gab es viele elternlose Kinder, weil man ihre Eltern in soge- nannte Arbeitslager verschleppt hatte und aus ihnen waren sie nicht mehr zurückgekehrt, denn dort brachen Typhusepidemien aus, und die Sterblichkeitsziffer war überhaupt sehr groß. Die Lage dieser Kinder war tragisch. Überall auf den engen Gassen des Ghettos drängten sie sich zusammen. Aus der Provinz kamen auch viele Kinder von Land- streichern. Vom Hunger aufgedunsen, warteten sie umsonst darauf, von Erwachsenen gerettet zu werden. Bei diesen Zuständen startete Centos) eine Aktion, um die Kinder zu retten. Die politischen und sozialen Kreise des Ghettos wurden mobilisiert; Industrielle, Kaufleute und auch die breite jüdische Masse zeigten große Opferwilligkeit dabei

42) Goldstein, Seite 92.

43) Hochberg, Seiten 22729. Aus dem Bericht des ehemaligen Generalsekretärs des American Joint Distribution Committee in Warschau, Josef Gitler-Barski.

44) Hilfsorganisation für arme und verwaiste Kinder.

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