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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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Die Bekleidungsfrage°*)

1,8. 3. 1941

Fast jeden Tag sehe ich, wie zwei bis drei Menschen auf der Straße vor Hunger umfallen.

Das Aussehen der jüdischen Bevölkerung ist sehr traurig. Auf Schritt und Tritt begegnet man Menschen mit unzureichender Oberkleidung, in zerrissenen Mänteln oder in solchen, die mit Sicherheitsnadeln zu- sammengesteckt sind, um so zu verdecken, daß der Betreffende kein Hemd trägt. Die Bekleidungsfrage der Juden wird immer prekärer. Bald gehen sie nackt herum.

Bezeichnend°®) 26. 8. 1941

Es ist charakteristisch, daß im Ghetto nur ein einziger Fall von Mord vorkam.

Der Ghetto-Mensch®®)

Donnerstag, den 21. Mai 1942 am Schewuot-Vorabend?)

Das Ghetto macht einen schrecklich deprimierenden Eindruck mit seiner riesigen Anzahl totblasser ausgemergelter Gesichter. Manche machen den Eindruck, als hätten sie bereits ein paar Wochen im Grabe gelegen. Sie wirken so abstoßend, daß sie unwillkürlich ein Zittern hervorrufen.

Kinder I 28) 9. 9. 1940

Als man ein paar Kinder aus der Wolskastraße beerdigte, legten Kinder des Internats Wolskastraße ihren kleinen Gefährten einen Kranz aufs Grab, dessen Inschrift lautete:Von hungernden Kindern, denen, die vor Hunger starben.

34) Archiv Ringelblum I, S 35) Archiv Ringelblum I, Sei 36) Archiv Ringelbl um II. Aus dem Tagebuch des Pädagogen und Historikers Abraham Lewin, Autor des BuchesKantonisten, umgekommen.

37) Jüdische Pfingsten.

38) Archiv Ringelblum I, Seit 49.

e e 157.

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