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Die Endlösung : Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939 - 1945 / Gerald Reitlinger ; ins Deutsche übertragen von J. W. Brügel
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DIE ENDLOSUNG VORBEREITUNG UND BEGINN DER ENDLOSUNG

arabischer Bevollmächtigter in Berlin lebte und mit Eichmanns Amt Fühlung aufrechterhielt.

Eichmanns richtige Laufbahn begann am 1. August 1938, einige Monate nach dem Anschluß, als er zum Vorstand des Wiener Am- tes für Jüdische Auswanderung gemacht wurde. Die Empfehlung für seine Beförderung zum Hauptsturmführer vom 30. 1. 1939 sagt: Eichmann leitet die gesamte jüdische Auswanderung 7. Von Wien wurde Eichmann nach Prag und von Prag nach Berlin ver- setzt, wo er am 30. Januar 1940 an Heydrichs großer Konferenz über die Umsiedlung der Juden und Polen teilnahm(siehe S. 51 u. 52). Einige Monate später leitete Eichmann die Auswanderungs- zentrale und die Abteilung der Gestapo fürJudenerhebungen. Die beiden Ämter wurden alsBüro IV A, 4b des Reichssicher- heitshauptamts miteinander verschmolzen.

IV A, 4b, das sein eigenes vierstöckiges Gebäude in der Kur- fürstenstraße 116 hatte, wurde in den Jahren 194144 die Zentral- stelle der Endlösung, der Mittelpunkt des ganzen Spinnennetzes von Deportation und Massaker. In der Theorie war es eine sehr bescheidene Angelegenheit. Amt IV bedeutete Gestapo, Sektion A war die Bezeichnung für deren Abteilung für interne Tätigkeit, Nr. 4 war eine Unterabteilung davon, die sich mit der Erforschung religiöser Kulte beschäftigte, und IV A, 4b war eine weitere Unter- abteilung, die sich mit den Juden zu befassen hatte. So fand es seinen Platz unter hundert anderen obskuren Amitsstellen des RSHA*, und im Rahmen dieser Tarnung war es Eichmann bestimmt, daß er niemals über den Rang eines SS-Obersturmbannführers hinauskommen konnte. Diesen höchsten ihm offenstehenden Rang erreichte er am 29. Oktober 1941, kurz vor der Wiederaufnahme der Deportationen im Reichsgebiet. Während des folgenden Blut- bades war es Eichmanns Aufgabe, keinen zu wichtigen Eindruck hervorzurufen. Nur in Budapest gestattete er sich nach dem März 1944 den Luxus des öffentlichen Auftretens als wichtige Persönlich- keit, möglicherweise weil er die Unterstützung Kaltenbrunners ge- gen Himmler besaß.

Das Bild, das Dr. Kastner von dem Eichmann dieser Periode ent- wirft, ist das eines zynischen, auftrumpfenden, dem Alkohol er-

* Die Amtsstelle VIF, 4a, Leitung Sturmbannführer Krüger, beschäftigte sich z.B. mit der Erzeugung gefälschter ausländischer Banknoten im Lager Sachsenhausen für Zwecke der Gegenspionage, Ausland-Abwehr.(Prozeß XI NG 5508, und siehe S. 516.)

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