DIE ENDLOSUNG VORBEREITUNG UND BEGINN DER ENDLOSUNG
Sicherheitsdienst(SD), die Gestapo und die Kriminalpolizei. Der Chef der deutschen Polizei war Himmler, und er war nominell Minister Frick unterstellt, aber soweit Heydrich in Betracht kam, stand die Unterordnung unter Himmler und Frick mindestens bis September 1939, als der SD und die Sicherheitspolizei zum Sicher- heitshauptamt(RSHA) verschmolzen wurden, nur auf dem Papier. Überdies konnten Hitler und Goebbels in der Nacht vom 9. No- vember 1938 nichts ohne Heydrich tun, dessen SD-Beamte allein in der Lage waren, mit den Veranstaltern der Pogrome Kontakt zu halten und die örtliche Polizei am Dazwischentreten zu hindern. Einer der Rundbriefe Heydrichs an die Staatspolizeibehörden ist erhalten geblieben. In ihm heißt es: „Auf Grund des Attentats gegen den Legationssekretär vom Rath in Paris sind im Laufe der heutigen Nacht— 9. auf 10. November— im ganzen Reich Demonstrationen gegen die Juden zu erwarten... Die Leiter der Staatspolizeistellen... haben sofort... mit den... zuständigen politischen Leitungen
— Gauleitung oder Kreisleitung—... Verbindung aufzuneh- men und eine Besprechung über die Durchführung der De- monstrationen zu vereinbaren... In dieser Besprechung ist
der politischen Leitung mitzuteilen, daß die Deutsche Polizei „.. die folgenden Weisungen erhalten hat, denen die Maß- nahmen der politischen Leitungen zweckmäßig anzupassen wären?*.” Heydrich setzt dann auseinander, wie Schäden an deutschem Eigentum zu verhindern sind. Geschäfte und Wohnungen dürfen nur zerstört werden, dürfen aber nicht geplündert werden. Syna- gogen sollen nicht in Brand gesteckt werden, wenn Brandgefahr für die Umgebung vorhanden ist. Ein weiteres, von Heinrich Mül- ler, Heydrichs Gestapochef, unterzeichnetes Rundschreiben erlegt den Polizeibeamten auf, 20000 bis 30000 Juden, vor allem be- güterte Personen, zu verhaften. Gegen jene, die sich mit der Waffe wehren, sind die„schärfsten Maßnahmen“ zu ergreifen. Die Ar- chive der Synagogen sind sicherzustellen und die der Kölner Syn- agoge an den SD zu senden. Heydrich bemühte sich sehr sorgfältig darum, sich ein Alibi zu beschaffen, und das deutet darauf hin, daß er mehr als nur ein ausführendes Organ Hitlers oder Goebbels’ war. Am Abend des 9. November war er nicht mit Hitler und den Parteiführern in Mün-
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