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DIE ENDLOSUNG VORBEREITUNG UND BEGINN DER ENDLOSUNG
Organismus mit sich bringen konnte, weshalb er einen Mann an dessen Spitze behielt, der kein Mitglied seines engeren Kreises war und dessen Schritte ihm von eifersüchtigen Parteigenossen immer hinterbracht worden wären.
1929, als die SS noch ein Bestandteil der SA war, hatte die Funk- tion des Reichsführers keine allzu große Bedeutung, und sie fiel an Himmler, weil er der farbloseste aller Parteibonzen war. Willi Höttl, ein Mitarbeiter des ausländischen Nachrichtendienstes der Gestapo, hat die bemerkenswerte Theorie entwickelt, daß die un- geheuere Macht, über die Himmler zu einem späteren Zeitpunkt verfügte, für ihn von Heydrich— seinem Untergebenen— zur Tarnung seiner eigenen Tätigkeit erobert worden war und daß es Hitler beliebte, Himmler auch nach Heydrichs Tod beizubehalten, da er in Himmler eine bloße Puppe sah und ihn für leicht zu be- handeln hielt 1. Das ist wahrscheinlich eine halbe Wahrheit. Ob- wohl er keine starke Persönlichkeit und weniger skrupellos war, dürfte Himmler ein tüchtigerer Intrigant und Postenjäger als Hey- drich gewesen sein, der sich immer offen als der übelgelaunte und unbeherrschte Gewalimensch gab, der er war, und kaum je dazu gekommen wäre, Himmler ersetzen zu dürfen.
Der Schlüssel zu der rätselhaften Rolle Heinrich Himmlers ist in seiner körperlichen Erscheinung zu finden. Während Heydrich wie ein Held der Nachtlokale aussah, vermittelte Himmler den Ein- druck, als habe man es mit einem untergeordneten Bankbeamten zu tun. Dazu kam, daß Himmler, obwohl er zweifellos beliebt war und über Organisationstalent verfügte, den Eindruck der Schüch- ternheit hervorrief. Er fühlte sich niemals wohl in der Gruppe der auserwählten nordischen Edelmenschen, die er instinktiv als seine Polizeisatrapen erkoren hatte**. In bezug auf Hitler litt Himmler an pathologischen Angstzuständen, und das allein machte ihn zu dem vollendeten Werkzeug zur Ausführung von Hitlers Plänen für die Behandlung der Juden, denn wenn er zögerte, und das kam * Quellenangaben finden sich kapitelweise auf den Seiten 624—677.
** Der offizielle kurze Lebenslauf Himmlers, der sich in der Veröffentlichung„Der Groß- deutsche Reichstag”(1943) findet, sagt, daß er während des ersten Weltkrieges im Alter von nur 17 Jahren ein Fahnenjunker war, der im 11. Bayrischen Infanterieregiment seine militärische Ausbildung genoß. Himmler selbst sagte Graf Bernadotte und Felix Kersten, daß er als Feldwebel in einer Schlacht mitgekämpft habe, aber Karl Gebhardt, der Leiter der Heilanstalt Hohenlychen, der Himmler seit dessen 12. Lebensjahr genau kannte
_— Gebhardt war ein Schüler der Schule, an der Himmlers Vater Oberlehrer war—, stellt die Dinge wesentlich anders dar. Im Ärzteprozeß sagte er aus, daß Himmlers Vater, der
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