getan: Die Pfaffen wären ausgerottet worden. Würden sie bei uns zur Herrschaft kommen, so verfiele Europa wieder in finsterstes Mittel- alter. Als am 22. Juli desselben Jahres Bormann von einer Fahrt durch die Ukraine zurückgekehrt war und im Führerhauptquartier seine Eindrücke schilderte, geht Hitler noch weiter. Zunächst faßt Bormann seine An- sichten zusammen:
... Wir könnten aber nur ein Interesse daran haben, daß diese Ukrainer sich nicht so stark vermehrten, denn eines Tages wollten wir ja doch dieses gesamte Land deutsch besiedelt haben.
Hitler meinte dazu, in irgendeiner Abhandlung habe er kürzlich den Vorschlag gefunden, den Vertrieb und den Gebrauch von Abtreibungs- mitteln in den besetzten Ostgebieten zu verbieten. Wenn tatsächlich irgendein Idiot versuchen sollte, ein derartiges Verbot in den besetz- ten Ostgebieten in die Praxis umzusetzen, würde er ihn persönlich zusammenschießen. Man müsse einen schwungvollen Handel mit Ver- hütungsmitteln in den Ostgebieten nicht nur zulassen, sondern geradezu fördern, da man an einer übermäßigen Vermehrung der nichtdeutschen Bevölkerung nicht das geringste Interesse haben könne. Aber man müsse ja wohl erst den Juden zu Hilfe holen, um der- artige Dinge forciert in Gang zu bringen.
».. Wenn man daher für die nichtdeutsche Bevölkerung in den be- setzten Ostgebieten eine Gesundheitsfürsorge nach deutschem Muster einrichten würde, wäre das heller Wahnsinn. Das Impfen und was es sonst an vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen gebe, komme für die nichtdeutsche Bevölkerung keinesfalls in Betracht. Man solle deshalb ruhig den Aberglauben unter ihnen verbreiten lassen, daß das Imp- fen usw. eine ganz gefährliche Sache sei.
...Man müsse ihnen zwar Schulen geben, für die sie bezahlen müßten, wenn sie hineingingen. Man dürfe sie in ihnen aber nicht mehr lernen lassen als höchstens die Bedeutung der Verkehrszeichen. Inhalt des Geographieunterrichts dürfe im großen und ganzen nur sein, daß die Hauptstadt des Reiches Berlin heiße und jeder in seinem Leben einmal in Berlin gewesen sein müsse. Darüber hinaus ge- nüge es vollkommen, wenn die nichtdeutsche Bevölkerung etwas Deutsch lesen und schreiben lerne. Unterricht im Rechnen und der- gleichen sei überflüßig.
...Wenn er dafür sei, die einheimische Bevölkerung in den Schulen Deutsch lernen zu lassen, so lediglich deshalb, um die sprachlichen Voraussetzungen für die deutsche Führung zu schaffen. Denn sonst würde sich jeder Einheimische einer deutschen Weisung mit der An- gabe, daß er„nicht verstanden“ habe, entziehen.
(Ministerialrat Heim, der zuerst die Tischgespräche mitschrieb, be- diente sich der direkten Rede. Oberregierungsrat Dr. Picker zeichnete
die Gespräche in der dritten Person auf.)
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