oder ständig beugen. Er verfolgt augenblicklich den zweiten Weg, und zwar mit Erfolg. Unsere Aufgabe im Protektorat liegt ganz klar. Neurath hat sie vollkommen verkannt, und daraus ist überhaupt erst die Krise in Prag erstanden.
Protektorat wurde jener Rest der Tschechoslowakei genannt, in dem Heydrich, als Nachfolger Neuraths, nationalsozialistischer Statthalter war.
Wenn Slawen Hungers sterben, möge man sich des- wegen nicht stören lassen. Frank ermahnt seine Unter- gebenen in einer Regierungssitzung in Krakau am 24. August 1942 in diesem Sinn:
...Bei allen Schwierigkeiten, die Sie hier irgendwo in Gestalt von Krankheiten Ihrer Arbeiter, beim Zusammenbrechen Ihrer Genossen- schaften usw. feststellen, müssen Sie immer daran denken, daß es noch viel besser ist, wenn ein Pole zusammenbricht, als daß der Deutsche unterliegt. Daß wir 1,2 Millionen Juden zum Hungertod verurteilen, sei nur am Rande festgestellt. Es ist selbstverständlich, daß ein Nicht- verhungern der Juden hoffentlich eine Beschleunigung der antijüdi- schen Maßnahmen zur Folge haben wird.
Freilich könne man sich auch hie und da einen ge- wissen Luxus leisten. Im Königssaal der Krakauer Burg führt Frank am 18. März 1942 vor Amtsleitern der NSDAP aus:
...Der Führer weiß, daß erst nach dem Kriege die Möglichkeiten bestehen werden, die Siedlungsfrage in ganz großem Umfange zu klären...
...Im übrigen geht der Kampf um die Durchsetzung unserer Ziele eiskalt weiter. Sie sehen, wie die staatlichen Organe arbeiten, Sie sehen, daß man vor nichts zurückschreckt und ganze Dutzende von Elementen an die Wand stellt. Das ist schon deshalb notwendig, weil hier eine einfache Überlegung sagt, daß es nicht unsere Aufgabe sein kann, in einem Zeitpunkt, in dem das beste deutsche Blut geopfert wird, fremdvölkisches Blut zu schonen. Denn daraus könnte eine der größten Gefahren entstehen. Man hört ja heute schon in Deutschland, daß Kriegsgefangene etwa bei uns in Bayern oder in Thüringen voll- kommen selbständig große Güter verwalten, während sämtliche kampffähigen Männer aus einem Dorf an der Front stehen. Wenn sich dieser Prozeß fortsetzen sollte, dann würde allmählich eine Unter- wanderung des Deutschtums eintreten. Man soll diese Gefahr nicht geringschätzen. Deshalb muß alles, was sich noch an polnischer Füh- rungskraft zeigt, immer wieder mit rücksichtsloser Energie vernichtet werden.
Das braucht man nicht an die große Glocke zu hängen, das geschieht stillschweigend... Und wenn wir uns den Luxus gestatten, eine Art
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