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... wir haben es getan : Selbstporträts in Tagebüchern und Briefen 1939 - 1945 / Hermann Langbein
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Dr. Frank, der dort als nationalsozialistischer Gene- ralgouverneur residiert, wo die meisten Juden ermor- det werden, frohlockt zur gleichen Zeit, in der die deutschen Truppen an allen Fronten bereits den Rück- zug antreten müssen, darüber, daß das Judenproblem so radikal gelöst worden ist. Sein Tagebuch berichtet über eine Rede, die er am 4. März 1944 bei einer Arbeitstagung gehalten hat:

... Stellen Sie sich die jetzige Situation des Generalgouvernements vor, wenn wir noch wie im Jahre 1939 eineinhalb bis zwei Millionen Juden im Lande hätten. Entsinnen Sie sich, welch grauenhaft schweren Aufgaben man sich unterziehen mußte, um das Judenproblem im Generalgouvernement zu lösen. Wenn heute da und dort ein Wehlei- diger mit Tränen in den Augen den Juden nachtrauert und sagt, ist das nicht grauenhaft, was mit den Juden gemacht worden ist, dann muß man den Betreffenden fragen, ob er heute noch derselben Mei- nung ist. Wenn wir heute diese zwei Millionen Juden in voller Akti- vität und auf der anderen Seite die wenigen deutschen Männer im Lande hätten, würden wir nicht mehr Herr der Lage sein. Wir hätten Sabotage im Lande, daß wir uns nicht mehr retten könnten. Das ist auch ein Erfolg des Nationalsozialismus, denn damit wäre niemand im Leben fertiggeworden. Nur weil wir im Jahre 1919 mit dem Anti- semitismus begonnen haben, haben wir die Kraft gefunden, ihn zwan- zig Jahre später in die Tat umzusetzen. Daß dies den Juden der Welt nicht paßt, damit haben wir von vornherein gerechnet, das ist uns aber gleich. Die Juden sind eine Rasse, die ausgetilgt werden muß; wo immer wir nur einen erwischen, geht es mit ihm zu Ende...

Als Dr. Frank nicht mehr Generalgouverneur in Polen, son- dern Untersuchungshäftling in Nürnberg war, schrieb er ein Buch, das eineDeutung Hitlers und seiner Zeit auf Grund eigener Erlebnisse und Erkenntnisse werden sollte. Dort findet er, unter anderem, folgende Worte:Nicht irgendein Antisemitismus allein ist die Ursache von Auschwitz, sondern ausschließlich der rein persönliche Entschluß Hitlers Himmler gegenüber°.

Einige Dutzend Seiten später stellt Frank nochmals fest, daß die Judenvernichtung im allerengsten Führungskreis der National- sozialisten beschlossen worden sei:Hitler besprach sie mit Himm- ler, und im allerengsten Klausurmaschinerieraum wurde dann wohl alles so vorbereitet, daß im Laufe von etwa drei Jahren einige Millionen Menschen getötet wurden. Niemals sprach Hitler mit irgend jemand darüber, auch nicht andeutungsweise. Er trug dieses Geheimnis allein in seiner Brust. Erst in seinem Testament lüftete er es?.

Immer, wenn von den Initiatoren der Judenvernichtung die

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