heruntergesetzt, Theater, Vergnügungsstätten und Kinos überhaupt geschlossen. Ich dringe vor allem in Paris darauf, daß jetzt endlich bei den vorzunehmenden Geiselerschießungen vorher die Namen derer veröffentlicht werden, die schußreif sind. Damit erreicht man wenig- stens, daß die Angehörigen, Bekannten und Verwandten, die ja mei- stens zu denselben Kreisen gehören, aus denen die Attentäter stam- men, sich in Bewegung setzen und damit wenigstens eine gewisse Möglichkeit gegeben ist, den Täter zu finden. Der Militärbefehlshaber in Paris ist auch gern bereit, auf meine Anregung einzugehen; aber im Augenblick hat er keine Geiseln mehr zur Verfügung, solche muß er sich zuerst wieder beschaffen...
Immer wieder besprach Goebbels in den Kriegsjah- ren, in denen die nationalsozialistische Führung so große Aufgaben und so zahlreiche Probleme zu be- wältigen hatte, mit seinem Führer die„Judenfrage“— wie er sie nannte.
27. April 1942:
Ich spreche mit dem Führer noch einmal ausführlich die Judenfrage durch. Sein Standpunkt diesem Problem gegenüber ist unerbittlich. Er will die Juden absolut aus Europa herausdrängen. Das ist auch richtig so. Die Juden haben unserem Erdteil so viel Leid zugefügt, daß die härteste Strafe, die man über sie verhängen kann, immer noch zu milde ist. Himmler betreibt augenblicklich die große Umsiedlung der Juden aus den deutschen Städten nach den östlichen Ghettos. Ich habe veranlaßt, daß hier in großem Umfange Filmaufnahmen ge- macht werden. Das Material werden wir für die spätere Erziehung unseres Volkes dringend gebrauchen.
Hitler hatte Himmler die Hauptarbeit bei den blu- tigen Aktionen gegen die Juden zugeteilt. Aber der wendige Goebbels achtete darauf, daß für sein Ressort — die Propaganda— auch etwas abfiel. Wenn er auch in seinem Tagebuch etwas vorsichtiger formulierte, so war Goebbels über das Schicksal, das den deportier- ten Juden in Auschwitz und anderen Vernichtungs- stätten bereitet wurde, völlig im klaren. Noch unter dem Eindruck der letzten Besprechung mit seinem Füh- rer reflektiert er:
29. April 1942:
...Mit den Juden macht man in allen besetzten Ostgebieten kurzen Prozeß. Zehntausende müssen daran glauben, und an ihnen erfüllt sich die Prophezeiung des Führers, daß das Judentum einen von ihm entfachten neuen Weltkrieg mit der Ausrottung seiner Rasse wird be- zahlen müssen.
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